Hofseite des Landesarchivs Sachsen-Anhalt in Magdeburg, ein roter Klinkerbau mit hohen Fenstern hinter blühenden Bäumen.
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Standorte des Archivs in Magdeburg: Am Dom 2 und Stadtfeld

· Stand 18. September 2026

Das Archiv der Kirchenprovinz Sachsen verteilte sich seit 2002 auf zwei Gebäude in Magdeburg. Die Mehrheit der Unterlagen befand sich in dem zum Archiv umgebauten Gemeindehaus in der Freiherr-vom-Stein-Straße 47 im Stadtteil Stadtfeld. Ein Teil lagerte weiter im Gebäude Am Dom 2, das 1898 für das Preußische Staatsarchiv errichtet worden war.

Eine solche Teilung ist in der Archivgeschichte nichts Ungewöhnliches. Bestände wachsen schneller als Magazine, und ein Umzug geschieht in Etappen, weil er Verpackung, Umsignierung und die Fortschreibung der Findmittel verlangt. Für die Benutzung heißt das vor allem eines: Vor dem Besuch ist zu klären, an welcher Adresse das gesuchte Stück tatsächlich liegt.

Freiherr-vom-Stein-Straße 47

Der Standort Stadtfeld ist bis heute die Adresse des Landeskirchenarchivs der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland in Magdeburg. Er ist über die Stadtautobahn und die Ausfahrt Albert-Vater-Straße erreichbar, in wenigen Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof und vom Zentralen Omnibusbahnhof, mit den Straßenbahnen am Damaschkeplatz und an der Ebendorfer Straße sowie mit dem Bus an der Gagernstraße.

Hier liegen Lesesaal, Findbücher und die Mikrofilme der Kirchenbücher; die Benutzung ist nach Terminvergabe und mit Benutzerantrag möglich. Ein Gemeindehaus lässt sich für Archivzwecke gut herrichten: große, teilbare Räume, tragfähige Decken, ein Saal, aus dem ein Lesesaal wird. Genau diese Nachnutzung ist in vielen Landeskirchen der übliche Weg zu zusätzlichem Magazinraum.

Am Dom 2

Das Haus am Domplatz gehört zu den Verwaltungsbauten, die Preußen um 1900 rund um den Magdeburger Dom errichtete. Als Staatsarchiv geplant, wurde es nach 1945 Sitz des Evangelischen Konsistoriums der Kirchenprovinz Sachsen und blieb bis zur Bildung der EKM die Adresse der Kirchenleitung. Heute sitzt hier das Landeskirchenamt der EKM am Standort Magdeburg.

Das Archivgut ist vollständig nach Stadtfeld gezogen. Damit trennt sich in Magdeburg, was in der Kirchenprovinz lange zusammenlag: die Verwaltung, die Akten erzeugt, und das Archiv, das sie nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen übernimmt, bewertet und erschließt. Welche Bestände dort liegen und wie sie genutzt werden, steht auf den Seiten Archiv und Kirchenbücher.

Was der Besuch voraussetzt

Ein Archivbesuch beginnt nicht im Lesesaal, sondern bei der Frage, wonach gesucht wird. Kirchliches Archivgut ist nach der Herkunft geordnet, nicht nach Namen oder Themen: Konsistorialakten, Kirchenkreisakten, Pfarrarchive. Wer den Ort und die Gemeinde kennt, findet den Bestand; wer nur einen Familiennamen mitbringt, hat für die Zeit vor 1874 keinen Einstieg.

Deshalb steht am Anfang die Ortsrecherche. Das Verzeichnis der Gemeinden nennt zu jedem Ort den Kirchenkreis und den Pfarrort, unter dem die Bücher geführt wurden; die Übersicht der Kirchenkreise zeigt den Zuschnitt um 2004. Die Grundsätze der genealogischen Recherche fasst die Seite Familienforschung zusammen.

Vor Ort gelten die üblichen Regeln der Benutzung: Anmeldung und Termin, ein ausgefüllter Benutzerantrag, Schutzfristen für jüngeres Schriftgut, Vorlage im Lesesaal statt Ausleihe. Kirchenbücher werden als Film vorgelegt, nicht im Original; die Originale blieben in der Kirchenprovinz Sachsen bei den Pfarrämtern und sind dort geblieben.

Magdeburg ist dabei nur eine von mehreren Adressen. Das Landeskirchenarchiv der EKM führt einen zweiten Standort in Eisenach für das Erbe der Thüringer Landeskirche; daneben stehen die staatlichen Landesarchive in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie die Stadt- und Kreisarchive. Welches Haus zuständig ist, entscheidet die Herkunft der Unterlagen, nicht der Wohnort des Suchenden.

Wer ohnehin nach Magdeburg fährt, kann beides verbinden: den Lesesaal in Stadtfeld und den Dom, der als Predigtkirche des Landesbischofs und Station der Straße der Romanik in der Karte der Kirchen und Orte verzeichnet ist. Woher die Angaben dieses Verzeichnisses stammen, erläutert die Seite Quellen.

Häufige Fragen

Wie erreiche ich das Landeskirchenarchiv in Magdeburg?

Das Archiv liegt in der Freiherr-vom-Stein-Straße 47 im Stadtteil Stadtfeld, wenige Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof und vom Zentralen Omnibusbahnhof. Straßenbahnhaltestellen sind Damaschkeplatz und Ebendorfer Straße; mit dem Auto über die Stadtautobahn, Ausfahrt Albert-Vater-Straße.

Was ist mit dem Gebäude Am Dom 2?

Das 1898 für das Preußische Staatsarchiv errichtete Haus am Domplatz war Sitz des Konsistoriums der Kirchenprovinz Sachsen und beherbergte bis in die 2000er Jahre einen Teil des Archivs. Heute ist es Sitz des Landeskirchenamts der EKM am Standort Magdeburg.

Titelbild: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Magdeburg – Hejkal, CC BY-SA 3.0 de, über Wikimedia Commons.