Kirchenkreis Salzwedel: Gemeinden und Pfarrorte
Die 174 Kirchengemeinden des Kirchenkreises Salzwedel lagen um 2004 in der westlichen Altmark, zwischen der Jeetze, dem Drömling und der Grenze zu Niedersachsen. Pfarrämter in 26 Orten versorgten sie, von Diesdorf und Dähre im Norden bis Gardelegen, Letzlingen und Mieste im Süden. Die Tabelle nennt zu jeder Gemeinde den zuständigen Pfarrort und führt zu ihrem Eintrag.
Zwischen Jeetze, Drömling und niedersächsischer Grenze
Der Kirchenkreis reichte weit nach Westen und Norden, bis an die alte Grenze zu Niedersachsen, und das zeigen schon die Postleitzahlen der Pfarrorte. Sie beginnen teils mit 29 wie in Salzwedel, Diesdorf und Fleetmark, teils mit 38 wie in Beetzendorf, Klötze und Oebisfelde, teils mit 39 wie in Kalbe an der Milde und Gardelegen.
Mit 174 Gemeinden war Salzwedel der zweitgrößte Kirchenkreis der Kirchenprovinz, nach Stendal mit 221 und vor Naumburg-Zeitz mit 147. Beide Altmarkkreise zusammen führten damit annähernd vierhundert Gemeinden und stellten rund ein Fünftel des gesamten Verzeichnisses, obwohl in dieser weiten, dünn besiedelten Landschaft nur wenige größere Städte liegen. Größe bedeutet hier also Streuung und nicht Bevölkerungsdichte.
Diese Zahl entsteht durch das Dorf und nicht durch die Stadt. Die Altmark ist alt besiedelt, die Orte sind klein und liegen dicht beieinander, und die evangelische Ordnung behielt für jedes Dorf mit eigener Kirche auch eine eigene Kirchengemeinde bei, selbst als ein einzelner Pfarrer längst mehrere von ihnen zugleich betreute.
Pfarrorte im Kirchenkreis Salzwedel
- Altensalzwedel
- Apenburg
- Beetzendorf
- Börgitz
- Breitenfeld
- Dähre
- Diesdorf
- Estedt
- Fleetmark
- Gardelegen
- Groß Chüden
- Jeetze
- Kakerbeck
- Kalbe, Milde
- Klötze
- Kusey
- Letzlingen
- Lindstedt
- Mieste
- Oebisfelde
- Osterwohle
- Rohrberg
- Salzwedel
- Solpke
- Steimke
- Suhl
Auf 174 Gemeinden kamen 26 Pfarrorte, im Mittel also fast sieben Gemeinden je Amt. Salzwedel führte dreißig Gemeinden, Altensalzwedel dreizehn, Beetzendorf und Fleetmark je zwölf, Lindstedt elf. Ein Pfarrort ist dabei weder Ortsteil noch Anschrift, sondern der Sitz des Pfarramts, unter dem die Bücher geführt, geordnet und aufbewahrt wurden. Genau diese Zuordnung hält die Tabelle oben fest.
Im Register lässt sich das an einzelnen Namen ablesen: Abbendorf gehörte zum Pfarramt Diesdorf, Kaulitz und Lübbars wurden von Fleetmark aus versorgt, Poppau vom Pfarramt Beetzendorf, Ipse von Gardelegen. Der Dorfname allein führt in kein Archiv; der Pfarrort dagegen ist der Schlüssel, mit dem Findbuch und Portal arbeiten. Aus ihm ergibt sich, welcher Bestand überhaupt in Frage kommt.
Häufig steht der Kirchspielname zusätzlich im Gemeindenamen, etwa beim Kirchspiel Klötze-Neuendorf, beim Kirchspiel Dähre-Lagendorf oder beim Kirchspiel Beetzendorf. Solche Doppelnamen entstanden, wenn benachbarte Kirchspiele zusammengelegt wurden; für die Suche im Archiv lohnt es sich, beide Bestandteile getrennt zu probieren, weil ältere Verzeichnisse oft nur einen davon kennen. Ein Blick in beide Namensformen erspart später viel Sucharbeit.
Der Weg zu den Büchern der westlichen Altmark
Wer für einen Ort dieses Kirchenkreises forscht, fragt zuerst beim Pfarramt des Pfarrorts an oder sucht gleich den verfilmten Bestand. Das Landeskirchenarchiv der Landeskirche am Standort Magdeburg hält die Mikrofilme bereit; die Einsicht im Lesesaal ist nach Terminvereinbarung möglich, genealogische Recherchen übernimmt das Archiv nach eigener Auskunft dagegen nicht. Eine schriftliche Anfrage beim Pfarramt kann gebührenpflichtig sein.
Für die Jahre bis 1874 sind die Kirchenbücher die einzige durchgehende Personenquelle der Region; seither beurkunden die Standesämter Geburt, Ehe und Tod. Ein Teil der Bestände ist über das Portal Archion einsehbar. Wie sich Ort, Pfarrort und Kirchspiel zu einer Suche verbinden, beschreibt die Seite Kirchenbücher im Einzelnen. Ohne den Pfarrort kommt man in keinem der beiden Wege weiter.
Warum das Verzeichnis beim Zuschnitt von 2004 bleibt
Mit der Bildung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland am 1. Januar 2009 begann eine Strukturreform, die die Zahl der Kirchenkreise deutlich verringerte und viele Pfarrämter zu größeren Pfarrbereichen verband. Der ältere Zuschnitt bleibt trotzdem die praktische Referenz, weil Kirchenbücher, Findbücher und Amtsblätter bis zum Jahr 2008 nach ihm geordnet und benannt sind.
Der Zuschnitt von 2004 ist damit bewusst als Quelle behandelt und nicht als Adressbuch. Jeder Eintrag beschränkt sich auf Gemeindename, Kirchenkreis, Pfarrort und Postleitzahl. Auf Anschriften, Rufnummern, Gottesdienstzeiten und Personennamen wird bewusst verzichtet, weil solche Angaben heute nicht mehr zuträfen und für die Familienforschung ohnehin ohne Belang sind. Die alphabetische Gesamtliste aller Orte des Verzeichnisses steht unter Gemeinden bereit.