Luftbild des Magdeburger Doms mit Westturm, langem gotischem Langhaus, Strebepfeilern und Kreuzgang, umgeben von der Innenstadt Magdeburgs.
Verzeichnis · Kirchenkreise20 Kirchenkreise

Die Kirchenkreise der Kirchenprovinz Sachsen

Ein Kirchenkreis ist die mittlere Ebene zwischen Gemeinde und Landeskirche, geleitet von einer Superintendentin oder einem Superintendenten. Die Kirchenprovinz Sachsen war um 2004 in diese Kirchenkreise gegliedert; das Verzeichnis führt 1.949 Gemeinden nach dieser Ordnung.

KirchenkreisGemeindenPfarrorte
Stendal22131
Salzwedel17426
Naumburg-Zeitz14726
Torgau-Delitzsch11526
Egeln11426
Merseburg11319
Eisleben9919
Halle-Saalkreis9618
Halberstadt9525
Mühlhausen9428
Elbe-Fläming8923
Wittenberg8822
Südharz8522
Haldensleben-Wolmirstedt8420
Bad Liebenwerda8217
Sömmerda6213
Erfurt354
Henneberger Land2810
Magdeburg231
Ref.Kirchenkreis55

Die drei Spalten der Übersicht

Die Tabelle nennt zu jedem Kirchenkreis zwei Zahlen. Die Spalte Gemeinden zählt die Kirchengemeinden, die das Verzeichnis dem Kreis zuordnet. Die Spalte Pfarrorte zählt die Orte, in denen ein Pfarramt seinen Sitz hatte. Die zweite Zahl liegt überall deutlich unter der ersten, und dafür gibt es einen einfachen Grund.

Ein Pfarramt betreute in der Regel mehrere Gemeinden, oft ein ganzes Kirchspiel aus benachbarten Dörfern. Für die Ortsgeschichte ist die erste Zahl die interessante, für die Suche nach Akten die zweite. Wer ein Kirchenbuch sucht, landet am Ende nicht im Dorf, sondern im Pfarrort, der die Bände geführt hat.

Über alle Kreise hinweg stehen den 1.949 Gemeinden 432 Pfarrorte gegenüber. Auf ein Pfarramt kamen also im Schnitt mehrere Gemeinden, in manchen Landschaften ein halbes Dutzend. Diese Bündelung ist kein Sparprogramm der letzten Jahre, sondern die alte Ordnung des platten Landes, in dem die Dörfer dicht und klein beieinanderliegen.

Die Kreise selbst sind sehr unterschiedlich groß. Stendal führt mit 221 Gemeinden die Liste an, gefolgt von Salzwedel mit 174. Am anderen Ende steht Ref.Kirchenkreis mit 5 Gemeinden; dieser Kreis trägt seinen Namen nach der Konfession seiner Gemeinden und nicht nach einer Landschaft.

Was ein Kirchenkreis im Alltag bedeutet

Zwischen der einzelnen Gemeinde und der Landeskirche steht der Kirchenkreis als mittlere Ebene. Er ist groß genug, um Aufgaben zu tragen, an denen ein einzelnes Dorfpfarramt scheitern würde, und klein genug, dass die Beteiligten einander kennen. Vieles, was eine Gemeinde allein nicht stemmt, läuft deshalb über diese Ebene.

Dazu gehören die Besetzung und Verwaltung der Pfarrstellen, die Bauunterhaltung von Kirchen, Gemeindehäusern und Friedhöfen, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Kirchenmusik. Eine Kreissynode aus gewählten Gemeindegliedern und Pfarrpersonen beschließt den Haushalt; die Superintendentur führt die laufenden Geschäfte und hält die Verbindung zur Landeskirche.

Für die Familienforschung ist der Kirchenkreis vor allem ein Ordnungsbegriff. Findbücher, Pfarrerbücher und Amtsblätter sortieren nach ihm, und auch die Bestände der Pfarrarchive sind nach dieser Gliederung abgelegt. Wer den Kirchenkreis eines Ortes kennt, hat den Suchraum von fast zweitausend Gemeinden auf einige Dutzend verkleinert.

Vom Ort zum Kirchenkreis und weiter

Der Weg durch das Verzeichnis lässt sich von beiden Seiten gehen. Wer den Ortsnamen kennt, sucht ihn im alphabetischen Verzeichnis der Gemeinden und liest dort Kirchenkreis und Pfarrort ab. Wer die Landschaft kennt, den Ortsnamen aber nur ungefähr, geht über den Kirchenkreis und findet den Ort in dessen Liste.

Beide Wege enden beim Pfarrort, und dort beginnt die eigentliche Recherche. Taufen, Trauungen und Bestattungen wurden im Pfarramt eingetragen; die Bände liegen heute je nach Ort noch im Pfarrarchiv, im Landeskirchenarchiv oder als Verfilmung vor. Welcher Weg im Einzelfall gilt, klärt die Seite zu den Kirchenbüchern.

Ein Hinweis zu den Namen: Schreibweisen schwanken zwischen den Quellen, und viele Orte tragen einen Zusatz, der das Kirchspiel nennt. Das Verzeichnis führt die Form, die das Gemeindeverzeichnis um 2004 verwendete. Wer einen Ort nicht findet, sucht am besten nach dem Dorfnamen ohne Zusatz oder nach dem Nachbarort.

Die Kreisgrenzen selbst sind älter als die Verwaltungsgrenzen, an denen man sich heute orientiert. Sie folgen den alten Ämtern und Superintendenturen und laufen deshalb quer zu manchem Landkreis. Ein Ort kann verwaltungsmäßig zum einen Kreis gehören und kirchlich zu einem Kirchenkreis, der ganz anders heißt.

Was aus den Kirchenkreisen geworden ist

Mit dem Zusammenschluss zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland am 1. Januar 2009 begann eine Strukturreform, die die Zahl der Kirchenkreise deutlich verringerte. Kleine Kreise wie Egeln oder Haldensleben-Wolmirstedt gingen in größeren Nachbarkreisen auf, andere wurden umbenannt. Die alten Namen sind für die Ortsgeschichte und die Familienforschung weiterhin die Referenz: Findbücher, Pfarrerbücher und Amtsblätter bis 2008 verwenden sie.

Für aktuelle Anschriften und Ansprechpartner ist der heutige Kirchenkreis der EKM zuständig; das Verzeichnis nennt auf jeder Kirchenkreisseite die Gemeinden und Pfarrorte des alten Zuschnitts.

Häufige Fragen zu den Kirchenkreisen

Was ist ein Kirchenkreis?

Ein Kirchenkreis ist die mittlere Ebene zwischen der einzelnen Kirchengemeinde und der Landeskirche. Er fasst die Gemeinden eines Gebietes zusammen, führt eine gemeinsame Verwaltung und war in der Kirchenprovinz Sachsen die Einheit, nach der Amtsblätter, Findbücher und Gemeindeverzeichnisse geordnet wurden.

Warum folgt die Gliederung dem Stand um 2004?

Weil die Unterlagen, mit denen gearbeitet wird, diesen Stand abbilden. Findbücher der Archive, das Pfarrerbuch und ältere Ortsangaben nennen die damaligen Kirchenkreise. Wer von einer Quelle aus sucht, findet den Ort deshalb schneller über die alte Gliederung als über die heutige.

Wie finde ich die Gemeinde eines bestimmten Ortes?

Am schnellsten über die Suche im Verzeichnis oder über die Liste aller Gemeinden. Wer den Kirchenkreis bereits kennt, geht über dessen Seite: Sie führt alle Gemeinden des Kreises mit dem zuständigen Pfarrort auf und verlinkt jeden Eintrag.

Was wurde nach 2009 aus den Kirchenkreisen?

Mit dem Zusammenschluss zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland begann eine Strukturreform, die die Zahl der Kirchenkreise verringerte. Kleine Kreise gingen in größeren Nachbarkreisen auf, andere wurden umbenannt. Für aktuelle Anschriften ist der heutige Kirchenkreis der EKM zuständig.

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Titelbild: Magdeburger Dom – Gregor Rom, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons.