Kirchenkreis Elbe-Fläming: Gemeinden und Pfarrorte
Der Kirchenkreis Elbe-Fläming trug seine Lage im Namen: Er reichte von den Elbdörfern bei Biederitz, Lostau und Plötzky über Burg und Genthin bis in den Fläming um Ziesar, Wollin und Wusterwitz. Um 2004 gehörten 89 Kirchengemeinden dazu, betreut von Pfarrämtern in 23 Orten. Die Tabelle führt jede Gemeinde mit ihrem Pfarrort auf. Die Liste folgt dem Stand von 2004.
Zwischen Elbe, Jerichower Land und Fläming
Der Zuschnitt spannt sich quer durch das Jerichower Land. Im Westen liegen Biederitz, Lostau, Möser, Gommern und Plötzky nahe der Elbe und der Stadt Magdeburg, in der Mitte reihen sich Burg, Möckern, Loburg und Leitzkau, im Osten folgen Genthin, Tucheim, Schlagenthin, Ziesar und Wusterwitz dem Fläming und dem Kanal. Die Postleitzahlen beginnen mit 39 oder, im Osten, mit 14.
Mit 89 Gemeinden lag der Kirchenkreis im Mittelfeld der zwanzig, hinter Mühlhausen mit 94 und knapp vor Wittenberg mit 88. Der größte Kirchenkreis führte 221 Gemeinden, der kleinste fünf. Die Dörfer des Fläming sind klein, liegen aber auf sandigem Boden weiter auseinander als die der Börde, was sich in der Zahl der Ämter niederschlägt. Der Unterschied ist deutlich sichtbar.
Auf 89 Gemeinden kamen 23 Pfarrorte, im Mittel also knapp vier Gemeinden je Amt. Schlagenthin erscheint bei neun Einträgen als Pfarrort, Grabow bei acht, Genthin bei sieben, Biederitz, Burg, Tucheim und Möckern bei je sechs. Burg und Wollin stehen im Register jeweils in zwei Schreibweisen, einmal knapp und einmal mit erklärendem Zusatz. Die dritte Spalte hält das fest.
Pfarrorte im Kirchenkreis Elbe-Fläming
- Biederitz
- Burg
- Burg b Magdeburg
- Gehrden bei Zerbst
- Genthin
- Gommern
- Grabow
- Leinefelde
- Leitzkau
- Loburg
- Lostau
- Möckern
- Möser
- Parchau
- Parey
- Plötzky
- Schartau
- Schlagenthin
- Tucheim
- Wollin
- Wollin b Brandenburg
- Wusterwitz
- Ziesar
Der Pfarrort bezeichnet den Sitz des Pfarramts, dem eine Gemeinde zugeordnet war. Altenklitsche gehörte zum Kirchspiel Stremme mit dem Amtssitz in Schlagenthin, Gübs zum Kirchspiel Biederitz, Hohenwarthe zum Pfarramt Schartau, Karow und Mützel zum Kirchspiel Genthin, Pretzien zum Pfarramt Plötzky. Der Dorfname allein sagt über den Amtssitz nichts aus. Die Bücher liegen jeweils beim Amt.
Viele Gemeindenamen tragen den Kirchspielnamen als Zusatz, etwa das Kirchspiel Gloine, das Kirchspiel Zitz oder das Kirchspiel Flämingtor Wollin. Ein Kirchspiel fasste mehrere Dörfer unter einem Pfarramt zusammen und ist zugleich die Einheit, nach der Archive und Portale ihre Bestände bilden. Wer diesen Namen kennt, kommt in der Recherche deutlich schneller voran. Ohne ihn bleibt manche Suche erfolglos.
Zwischen Elbe und Fläming haben sich die Zuständigkeiten über die Jahrhunderte mehrfach verschoben, weil Pfarrstellen unbesetzt blieben und benachbarte Kirchspiele einsprangen. Die Tabelle gibt den Stand von 2004 wieder und nicht den des 19. Jahrhunderts. Wer weiter zurückgeht, prüft deshalb in älteren Ortsverzeichnissen, welches Kirchspiel damals für den Ort zuständig war. Die Zuordnung von damals gilt hier nicht unbesehen.
Kirchenbücher aus dem Jerichower Land
Auch hier blieben die Originale bei den Pfarrämtern, während das Landeskirchenarchiv am Standort Magdeburg die Mikrofilme verwahrt und die Originale aus konservatorischen Gründen nicht mehr vorlegt. Die Einsicht in die Filme ist im Lesesaal nach Terminvergabe möglich. Der Kirchenkreis Elbe-Fläming ist zudem über das Kirchenbuchportal Archion vertreten. Die Filme werden anstelle der Originale vorgelegt.
Der Aufwand hält sich hier in Grenzen. Die Nähe zu Magdeburg ist für Forschende ein Vorteil, denn der Weg ins Archiv ist kurz. Gearbeitet wird trotzdem nach derselben Reihenfolge wie überall: erst der Ort, dann der Pfarrort, dann das Kirchspiel und zuletzt der Band. Wie das im Einzelnen abläuft, steht auf der Seite Kirchenbücher.
Warum der Zuschnitt von 2004 stehen bleibt
Nach der Bildung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland am 1. Januar 2009 wurden Kirchenkreise zusammengelegt und umbenannt, und aus Pfarrämtern wurden größere Pfarrbereiche. Für aktuelle Auskünfte ist deshalb der heutige Kirchenkreis zuständig. Die Findmittel der Archive, die Amtsblätter bis 2008 und die Ordnung der verfilmten Bände folgen jedoch weiterhin dem älteren Stand. Die alten Namen bleiben in den Findmitteln stehen.
Der Umfang der Angaben ist bewusst begrenzt. Ein Eintrag enthält vier Angaben: Gemeindename, Kirchenkreis, Pfarrort und Postleitzahl des Pfarrorts. Anschriften, Rufnummern und Personennamen werden nicht geführt, weil sie seit 2004 vielfach überholt sind und für Ortsgeschichte und Familienforschung keinen Beitrag leisten. Die alphabetische Gesamtliste aller Orte des Verzeichnisses steht auf der Seite Gemeinden.