Kirchenkreis Merseburg: Gemeinden und Pfarrorte
Der Kirchenkreis Merseburg umfasste um 2004 die Landschaft an der unteren Saale mit 113 Kirchengemeinden und Pfarrämtern in 19 Orten. Er reichte von der Querfurter Platte um Schafstädt und Langeneichstädt über das Geiseltal und den Industriegürtel bei Leuna und Schkopau bis nach Weißenfels, Markranstädt und Kitzen. Die Tabelle führt jede Gemeinde mit ihrem Pfarrort auf.
Untere Saale, Geiseltal und Querfurter Platte
Drei Teilräume lassen sich an den Pfarrorten ablesen. Im Westen liegen Schafstädt, Langeneichstädt, Nemsdorf und Osterhausen auf der Hochfläche zwischen Querfurt und Mansfelder Land, in der Mitte reihen sich Merseburg, Bad Dürrenberg, Beuna, Braunsbedra und Mücheln um das Geiseltal, im Osten folgen Großkorbetha, Weißenfels und Markranstädt der Saale und der Grenze zu Sachsen.
Die Postleitzahlen beginnen meist mit 06, am östlichen Rand um Markranstädt und Kitzen dagegen mit 04. Mit 113 Gemeinden lag Merseburg im oberen Drittel der zwanzig Kirchenkreise, dicht hinter Egeln mit 114 und Torgau-Delitzsch mit 115. Zum Vergleich: Stendal führte 221 Gemeinden, der Reformierte Kirchenkreis fünf. Die Ämter waren hier früh zusammengefasst, die Wege kurz und die Dörfer dicht gesät.
Auf die 113 Gemeinden kamen nur 19 Pfarrorte, im Mittel also fast sechs Gemeinden je Amt. Merseburg erscheint bei 16 Einträgen als Pfarrort, Großkorbetha bei zehn, Reinsdorf bei neun, Wallendorf und Langendorf bei je acht. Diese starke Bündelung hängt damit zusammen, dass die Landpfarrstellen der Region früh zu größeren Kirchspielen zusammengefasst wurden. Der Stand gilt für das Jahr 2004.
Pfarrorte im Kirchenkreis Merseburg
- Bad Dürrenberg
- Bad Lauchstädt
- Beuna
- Braunsbedra
- Großkorbetha
- Horburg
- Kitzen
- Langendorf
- Langeneichstädt
- Markranstädt/OT Schkeitbar
- Merseburg
- Mücheln
- Nemsdorf
- Osterhausen
- Reinsdorf b Naumburg
- Röcken
- Schafstädt
- Wallendorf
- Weißenfels
Der Pfarrort bezeichnet den Sitz des Pfarramts und nicht den Ort, an dem die Kirche der Gemeinde steht. Daspig gehörte zum Kirchspiel Leuna, betreut vom Pfarramt Horburg, Obschütz und Reichardtswerben zum Kirchspiel Großkorbetha, Göhritz zum Kirchspiel Barnstädt mit dem Amtssitz in Nemsdorf. Für die Suche im Archiv zählt allein der Amtssitz. Die Tabelle oben hält das fest.
Zwei Einträge des Kirchenkreises führen keinen Pfarrort, nämlich die Gemeinden des Kirchspiels Lützener Land. Die Quelle, aus der dieses Verzeichnis stammt, ließ das Feld dort offen; ergänzt wird es hier nicht, weil eine geratene Angabe schlechter wäre als gar keine. In solchen Fällen hilft die Suche über den Kirchspielnamen weiter. Eine Lücke bleibt so besser sichtbar.
Viele Gemeindenamen enthalten ohnehin schon den Kirchspielnamen, etwa das Kirchspiel Schkopau, das Kirchspiel Zorbau oder das Kirchspiel Langeneichstädt. Ein Kirchspiel ist der Verband mehrerer Dörfer unter einem Pfarramt und zugleich die Ordnungseinheit der Archive. Wer diesen Namen kennt, findet den Bestand auch dann, wenn der Dorfname allein keinen Treffer bringt. Archive ordnen ihre Bestände nach diesen Verbänden.
Wo die Merseburger Kirchenbücher zu finden sind
Die Originale liegen in aller Regel weiterhin bei dem Pfarramt, das für den Ort zuständig ist. Verfilmt wurden sie für das Landeskirchenarchiv in Magdeburg, das die Filme im Lesesaal nach Anmeldung vorlegt und genealogische Recherchen nach eigener Auskunft nicht selbst übernimmt. Ein Teil der Bestände ist zusätzlich über das Portal Archion abrufbar. Vorgelegt werden dort ausschließlich die Filme.
Ohne den Ort bleibt der Name ohne Anschluss. Weil die Industrieorte des Geiseltals und der Saaleaue im 20. Jahrhundert stark gewachsen sind, führt die Spur einer Familie oft nicht in den Wohnort, sondern in ein Dorf der Umgebung. Der Herkunftsort ergibt sich dann aus Standesamtsurkunden nach 1874. Wie daraus eine Suche im Kirchenbuch wird, zeigt die Seite Kirchenbücher.
Was verzeichnet ist und was bewusst fehlt
Der Aufbau ist in allen Kirchenkreisen gleich. Jeder Eintrag führt vier Angaben: Gemeindename, Kirchenkreis, Pfarrort und die Postleitzahl des Pfarrorts. Anschriften, Telefonnummern und die Namen von Pfarrerinnen und Pfarrern werden nicht geführt, weil sie sich seit 2004 vielfach geändert haben und für die historische Zuordnung keine Bedeutung haben. Die vollständige Liste aller Orte steht unter Gemeinden.
Seit der Gründung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland am 1. Januar 2009 sind Kirchenkreise zusammengelegt, umbenannt und in ihren Grenzen verändert worden. Dieses Verzeichnis bildet trotzdem den Zuschnitt von 2004 ab, denn die Findmittel der Archive, die Amtsblätter bis 2008 und die Ordnung der verfilmten Kirchenbücher folgen weiterhin dem alten Stand. Der ältere Zuschnitt ist die Arbeitsgrundlage geblieben.