Kirchenkreis Eisleben: Gemeinden und Pfarrorte
Der Kirchenkreis Eisleben deckte um 2004 das Mansfelder Land mit 99 Kirchengemeinden ab, betreut von Pfarrämtern in 19 Orten. Sein Gebiet reichte vom Ostrand des Harzes um Wippra, Stolberg und Straßberg über die alten Bergbauorte bei Helbra und Gerbstedt bis an den Süßen See und in die Goldene Aue bei Kelbra und Roßla.
Mansfelder Land zwischen Harzrand und Goldener Aue
Der Kirchenkreis lag zwischen zwei sehr verschiedenen Landschaften. Im Westen steigen die Pfarrorte Wippra, Stolberg im Harz, Straßberg und Königerode in den Harz hinauf, im Osten liegen Gerbstedt, Polleben, Friedeburg und Röblingen am See in der offenen Mansfelder Mulde, im Süden schließen Sangerhausen, Kelbra, Roßla und Brücken die Goldene Aue an. Die Grenze zwischen beiden verlief mitten hindurch.
Alle Postleitzahlen dieses Kirchenkreises beginnen mit 06, was den Raum als geschlossene Landschaft ausweist. Mit 99 Gemeinden stand Eisleben in der Mitte des Feldes: mehr als Halle-Saalkreis mit 96 und Halberstadt mit 95, weniger als Merseburg mit 113. Der größte Kirchenkreis, Stendal, kam auf 221, der kleinste auf fünf Gemeinden. Die Spanne zwischen beiden Enden ist beträchtlich.
Auf die 99 Gemeinden kamen 19 Pfarrorte, im Schnitt also gut fünf Gemeinden je Amt. Die Lutherstadt Eisleben erscheint bei 13 Einträgen als Pfarrort, Polleben bei elf, Friedeburg und Röblingen am See bei je neun, Beyernaumburg bei acht. Der Name Eisleben steht im Register in zwei Schreibweisen, ausgeschrieben und abgekürzt. Beide Formen meinen dasselbe Pfarramt.
Pfarrorte im Kirchenkreis Eisleben
- Beyernaumburg
- Brücken
- Friedeburg b Hettst.
- Gerbstedt
- Helbra
- Kelbra
- Königerode
- Lutherst. Eisleben
- Lutherstadt Eisleben
- Obersdorf
- Polleben
- Röblingen a See
- Roßla
- Sangerhausen
- Stolberg, Harz
- Straßberg
- Welbsleben
- Wiederstedt
- Wippra
Ein Pfarrort ist der Sitz des Pfarramts, unter dem eine Gemeinde geführt wurde, und nicht der Ort ihrer Kirche. Abberode und Hermerode gehörten zum Kirchspiel Königerode, Augsdorf zum Kirchspiel Siersleben mit dem Amtssitz in Gerbstedt, Elben und Thaldorf zum Kirchspiel Friedeburg, Volkstedt zur Lutherstadt Eisleben. Diese Zuordnung entscheidet, wo die Bücher liegen. Das gilt für alle genannten Fälle.
Besonders viele Gemeindenamen im Mansfelder Land tragen den Kirchspielnamen als Zusatz, etwa das Kirchspiel Polleben-Heiligenthal, das Kirchspiel Gonna-Leinetal oder das Kirchspiel Rottleberode. Solche Doppelnamen entstanden bei der Zusammenlegung benachbarter Kirchspiele. Wer im Archiv sucht, probiert beide Bestandteile getrennt, weil ältere Findmittel oft nur einen von beiden kennen. Ältere Verzeichnisse nennen häufig nur den älteren Teilnamen des Verbandes.
Die Bergbaugeschichte der Gegend hat die Gemeindestruktur geprägt: Wo im 19. Jahrhundert Schächte und Hütten entstanden, wuchsen die Orte, während die Dörfer am Harzrand klein blieben. Die Zahl der Gemeinden je Pfarramt schwankt deshalb erheblich, und ein Amt konnte ein einzelnes Kirchspiel oder ein halbes Dutzend Dörfer betreuen. Die Tabelle zeigt den Stand von 2004.
Kirchenbücher aus dem Mansfelder Land
Die Originalbände sind in der Kirchenprovinz bei den Pfarrämtern geblieben und wurden nie in ein Zentralarchiv geholt. Verfilmt liegen sie im Landeskirchenarchiv am Standort Magdeburg, das die Originale aus konservatorischen Gründen nicht mehr vorlegt und die Filme im Lesesaal nach Terminvergabe zugänglich macht. Der Kirchenkreis Eisleben ist auch bei Archion vertreten. Die Einsicht erfolgt dort ausschließlich am Mikrofilm.
Ohne den Wohnort führt kein Weg in die Bücher. Weil im Mansfelder Land über Jahrhunderte Bergleute zuwanderten, führen Traueinträge häufig in andere Kirchspiele und andere Regionen. Genau darin liegt ihr Wert: Sie nennen Herkunft und Stand der Brautleute und öffnen so den nächsten Schritt. Wie sich daraus eine geordnete Suche aufbaut, steht auf der Seite Kirchenbücher.
Der Zuschnitt von 2004 als Arbeitsgrundlage
Mit dem Zusammenschluss zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland am 1. Januar 2009 wurden Kirchenkreise zusammengelegt und Pfarrstellen zu Pfarrbereichen verbunden. Für aktuelle Ansprechpartner ist der heutige Kirchenkreis zuständig. Dieses Verzeichnis hält den älteren Stand fest, weil Findbücher, Amtsblätter bis 2008 und die Ordnung der verfilmten Bände genau diesem Zuschnitt folgen. Die Namen von damals stehen in den Quellen.
Die Liste ist ein Findmittel und kein Adressbuch. Zu jeder Gemeinde sind Name, Kirchenkreis, Pfarrort und Postleitzahl verzeichnet, mehr wird bewusst nicht aufgenommen. Anschriften, Telefonnummern, Sprechzeiten und Personennamen fehlen, weil sie heute nicht mehr zuträfen und die historische Zuordnung durch sie nicht besser würde. Die alphabetische Übersicht aller Orte steht auf der Seite Gemeinden.