Kirchenkreis Halle-Saalkreis: Gemeinden und Pfarrorte
Der Kirchenkreis Halle-Saalkreis verband um 2004 die Stadtgemeinden von Halle mit den Dörfern des umgebenden Saalkreises und zählte 96 Kirchengemeinden. Pfarrämter in 18 Orten betreuten sie, von Wettin, Löbejün und Könnern im Norden über Schochwitz und Zappendorf im Westen bis Landsberg, Hohenthurm und Lochau im Osten. Die Tabelle nennt zu jeder Gemeinde den Pfarrort.
Stadt Halle und der Saalkreis ringsum
Der Zuschnitt legte sich als Ring um die Stadt. Im Norden folgen Wettin, Löbejün, Alsleben und Könnern der Saale durch das Porphyrhügelland, im Westen liegen Schochwitz, Zappendorf und Teutschenthal am Übergang zum Mansfelder Land, im Osten dehnt sich um Landsberg, Hohenthurm, Peißen und Lochau die flache Ackerebene Richtung Leipzig. Die Stadt selbst bildet die Mitte dieses Rings.
Alle Postleitzahlen beginnen mit 06, die Stadtgemeinden liegen zwischen 06108 und 06126. Mit 96 Gemeinden lag der Kirchenkreis in der Mitte des Feldes, knapp hinter Eisleben mit 99 und vor Halberstadt mit 95. Der größte Kirchenkreis der Kirchenprovinz führte 221 Gemeinden, der kleinste, der Reformierte Kirchenkreis, nur fünf. Die Stadtgemeinden zählen dabei einzeln, nicht als ein Block.
Auf 96 Gemeinden kamen 18 Pfarrorte, im Mittel also gut fünf Gemeinden je Amt. Schochwitz erscheint bei zehn Einträgen als Pfarrort, Hohenthurm und Wettin bei je neun, Zappendorf und Lochau bei je acht. Dass ein Landpfarramt mehr Gemeinden führte als eine Stadtgemeinde, ist der Normalfall und kein Zeichen von Größe. Entscheidend ist der Amtssitz, nicht die Einwohnerzahl.
Pfarrorte im Kirchenkreis Halle-Saalkreis
- Alsleben
- Dieskau
- Halle
- Halle (Saale)
- Halle-Neustadt
- Halle/Saale
- Hohenthurm
- Könnern
- Landsberg
- Löbejün
- Lochau
- Ostrau
- Peißen
- Schochwitz
- Teicha
- Teutschenthal
- Wettin
- Zappendorf
Der Pfarrort ist der Sitz des Pfarramts, unter dem eine Gemeinde geführt wurde. Brachwitz und Domnitz gehörten zum Pfarramt Wettin, Beesenstedt, Höhnstedt und Salzmünde zu Zappendorf, Gorsleben und Köllme zu Schochwitz, Mösthinsdorf zu Ostrau. Die Kirche steht in diesen Fällen jeweils im Dorf, das Amt und mit ihm die Bücher aber im Nachbarort. Genau das hält die dritte Spalte fest.
Halle erscheint im Register in drei Schreibweisen als Pfarrort, nämlich Halle, Halle an der Saale und Halle-Neustadt. Die ersten beiden meinen dasselbe Amt in unterschiedlicher Schreibung, die dritte einen eigenen Sitz in der Neubaustadt. Solche Varianten stammen aus der Quelle und werden hier nicht stillschweigend vereinheitlicht, damit die Zuordnung nachvollziehbar bleibt. Die Schreibweise der Quelle bleibt erhalten.
Auch in diesem Kirchenkreis tragen viele Gemeindenamen den Kirchspielnamen als Zusatz, etwa das Kirchspiel Rothenburg, das Kirchspiel Petersberg oder das Kirchspiel Dölau-Lieskau. Ein Kirchspiel fasst mehrere Dörfer unter einem Pfarramt zusammen und ist die Einheit, nach der Archivbestände gebildet sind. Für die Suche ist dieser Name oft der bessere Einstieg. Unter dem Dorfnamen allein fehlt oft der Treffer.
Kirchenbücher aus Halle und dem Saalkreis
Für die Stadt wie für die Dörfer gilt dieselbe Regel: Die Originale blieben bei den Pfarrämtern, die Mikrofilme liegen im Landeskirchenarchiv am Standort Magdeburg, und ein Teil der Bestände ist über das Kirchenbuchportal Archion einsehbar. Die Einsicht in die Filme im Lesesaal setzt einen Termin und einen ausgefüllten Benutzerantrag voraus. Der Kirchenkreis ist bei Archion vertreten.
Die Stadt verlangt dabei einen zusätzlichen Schritt. In einer Stadt mit mehreren Gemeinden reicht der Ortsname nicht aus; hier muss die Kirchengemeinde selbst bestimmt werden, in der getauft, getraut oder bestattet wurde. Adressbücher und die Urkunden der Standesämter nach 1874 helfen dabei weiter. Den geordneten Weg vom Ort zum Band beschreibt die Seite Kirchenbücher.
Stand 2004 und der Umbau seit 2009
Am 1. Januar 2009 entstand aus der Kirchenprovinz Sachsen und der Thüringer Landeskirche die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, und in der Folge wurden Kirchenkreise vereinigt sowie Pfarrstellen gebündelt. Das Verzeichnis bleibt beim Zuschnitt von 2004, weil die Archive ihre Bestände weiterhin nach den damaligen Kirchenkreisen und Kirchspielen ordnen und benennen. Die alten Namen bleiben in den Findmitteln stehen.
Der Umfang der Angaben ist hier bewusst begrenzt. Ein Eintrag enthält den Gemeindenamen, den Kirchenkreis, den Pfarrort und dessen Postleitzahl. Anschriften, Rufnummern, Gottesdienstzeiten und die Namen von Pfarrerinnen und Pfarrern werden bewusst nicht aufgeführt, weil sie veraltet wären und für Familienforschung und Ortsgeschichte ohne Nutzen sind. Alle Orte zusammen zeigt die Seite Gemeinden.