Kirchenkreis Halberstadt: Gemeinden und Pfarrorte
Zum Kirchenkreis Halberstadt gehörten um 2004 genau 95 Kirchengemeinden mit Pfarrämtern in 25 Orten. Das Gebiet zog sich vom Harz um Wernigerode, Ilsenburg und Elbingerode über das Vorland am Huy und das Große Bruch bis an die Bode bei Quedlinburg, Ditfurt und Wegeleben. Die Tabelle führt jede Gemeinde mit ihrem zuständigen Pfarrort auf.
Vom Harz über den Huy bis an die Bode
Drei Höhenzüge gliedern den Kirchenkreis. Im Süden liegen die Pfarrorte Wernigerode, Ilsenburg, Drübeck, Elbingerode, Benneckenstein und Thale im Harz und an seinem Nordrand, in der Mitte reihen sich Dingelstedt am Huy, Aspenstedt, Zilly und Osterwieck entlang des Huy und der Ilse, im Osten folgen Quedlinburg, Ditfurt, Wegeleben und Hausneindorf der Bode. Die Übergänge sind kurz.
Die Postleitzahlen zeigen dieselbe Dreiteilung: Sie beginnen mit 38 im Halberstädter Raum und im Harz, mit 39 im Norden um Schwanebeck und Großalsleben und mit 06 im Osten um Quedlinburg und Bad Suderode. Mit 95 Gemeinden lag der Kirchenkreis genau in der Mitte der zwanzig, zwischen Halle-Saalkreis mit 96 und Mühlhausen mit 94. Die Reihenfolge der Ziffern folgt der Landschaft.
Auf 95 Gemeinden kamen 25 Pfarrorte, im Mittel also knapp vier Gemeinden je Amt; das ist eine der gleichmäßigsten Verteilungen im ganzen Verzeichnis. Halberstadt steht bei elf Einträgen als Pfarrort, Großalsleben und Osterwieck bei je acht, Zilly und Dedeleben bei je sechs. Die Harzorte führten dagegen meist nur eine oder zwei Gemeinden. Größe und Zahl hängen nicht zusammen.
Pfarrorte im Kirchenkreis Halberstadt
- Aspenstedt
- Bad Suderode
- Benneckenstein
- Dedeleben
- Derenburg
- Dingelstedt
- Dingelstedt am Huy
- Ditfurt
- Drübeck
- Elbingerode
- Großalsleben
- Halberstadt
- Hausneindorf
- Ilsenburg
- Kroppenstedt
- Osterode
- Osterwieck
- Quedlinburg
- Schwanebeck
- Stapelburg
- Thale
- Wasserleben
- Wegeleben
- Wernigerode
- Zilly
Der Pfarrort bezeichnet den Amtssitz, nicht den Ort der Kirche. Abbenrode wurde vom Pfarramt Stapelburg aus versorgt, Heudeber von Wasserleben, Lüttgenrode von Zilly, Dalldorf und Kloster Gröningen vom Kirchspiel Gröningen mit dem Amtssitz in Großalsleben, Rimbeck vom Kirchspiel Bühne mit dem Sitz in Osterwieck. Der Dorfname allein verrät den Amtssitz nicht. Die dritte Spalte der Tabelle nennt ihn.
Am Huy fasste das Evangelische Kirchspiel am Huy mehrere Dörfer zusammen, darunter Aderstedt, Dingelstedt und Eilsdorf, alle mit dem Amtssitz in Dingelstedt. Solche Kirchspielverbände sind die Einheit, nach der Archive und Portale ihre Bestände ordnen. Wer nur den Dorfnamen kennt, findet den Band oft erst über den Namen dieses Verbandes. Der Verbandsname ist der bessere Sucheinstieg.
Der Kirchenkreis verbindet Harzdörfer, in denen Bergbau und Forst die Bevölkerung prägten, mit den großen Ackerdörfern des Vorlandes. Diese Mischung schlägt sich in den Beständen nieder: In einer Stadtgemeinde wurden meist mehrere Bücher nebeneinander geführt, während für ein kleines Dorf ein einziger Band über lange Zeit ausreichte. Diese Unterschiede schlagen bis in die Filmrollen durch.
Kirchenbücher aus dem Harz und dem Harzvorland
Auch hier gilt die Grundregel der Kirchenprovinz: Die Originale blieben bei den Pfarrämtern, verfilmt sind sie im Landeskirchenarchiv am Standort Magdeburg, das die Filme nach Terminvergabe im Lesesaal vorlegt. Der Kirchenkreis Halberstadt gehört zu denen, deren Bände über das Kirchenbuchportal Archion ganz oder in Teilen abrufbar sind. Welche Jahrgänge vorhanden sind, zeigt das Findbuch des Bestandes.
Wie weit die Bände zurückreichen, hängt vom Ort ab. Für Dorfgemeinden zwischen Harz und Elbe ist ein Anfangsjahr um 1650 typisch, weil der Dreißigjährige Krieg ältere Bände vernichtet hat; einzelne Stadtregister reichen weiter zurück. Duplikate ab 1794 liegen im staatlichen Archiv und helfen bei Lücken. Den gesamten Weg zum Eintrag beschreibt die Seite Kirchenbücher.
Warum die Liste den Stand von 2004 zeigt
Nach der Bildung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland am 1. Januar 2009 wurden Kirchenkreise zusammengelegt, umbenannt und neu zugeschnitten, und aus vielen Pfarrämtern wurden größere Pfarrbereiche. Die Findmittel der Archive, die Amtsblätter bis 2008 und die Ordnung der verfilmten Kirchenbücher folgen weiterhin dem älteren Stand, den dieses Verzeichnis abbildet. Deshalb bleibt der alte Name der richtige Suchbegriff.
Die Liste bleibt bewusst auf das Nötige beschränkt. Jeder Eintrag beschränkt sich auf Gemeindename, Kirchenkreis, Pfarrort und Postleitzahl des Pfarrorts. Anschriften, Telefonnummern und die Namen von Geistlichen werden nicht geführt, weil sie sich seither geändert haben und für die historische Zuordnung ohne Bedeutung sind. Die vollständige alphabetische Liste aller Orte steht auf der Seite Gemeinden.