Romanische Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode: zwei runde Westtürme mit grünen Kegeldächern, Rundbogenfenster und heller Sandstein vor tiefblauem Himmel.
Kirchen & OrteStraße der Romanik · Dome · Lutherstätten

Kirchen und Orte in Sachsen-Anhalt und Thüringen: die Karte

Kaum eine Region Deutschlands hat mehr Kirchen je Einwohner als das Land zwischen Harz und Elbe. Die Karte zeigt die Stationen der Straße der Romanik, die Dome und Stiftskirchen und die Lutherstätten; die Liste darunter nennt jede Station mit Bauwerk und Route. Für den Gottesdienstbesuch führt jedes Bauwerk zu seiner Gemeinde im Verzeichnis.

Die Karte lädt beim Aufruf dieses Abschnitts; darunter steht dieselbe Auswahl als Liste.

Straße der Romanik, Dome, Klöster und Lutherstätten in Sachsen-Anhalt und ThüringenDomKloster / StiftKircheBurg / Pfalz

Die Straße der Romanik: Nord- und Südroute

Die Straße der Romanik verbindet seit 1993 die Bauwerke der Zeit zwischen 950 und 1250, als das Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt unter den Ottonen zum Kernland des Reiches wurde. Otto der Große gründete 968 das Erzbistum Magdeburg, seine Nachfolger hielten Hof in Quedlinburg, Memleben, Tilleda und Walbeck.

Bischöfe und Klöster bauten in dieser Zeit Dome, Stiftskirchen und Dorfkirchen aus Bruchstein und Sandstein. Ihre Rundbögen, Würfelkapitelle und Westwerke stehen bis heute und geben der Landschaft ihr bauliches Gesicht, das sich von den gotischen Backsteinregionen im Norden deutlich unterscheidet.

Die Route ist als Achterschleife um Magdeburg angelegt. Die Nordroute führt durch die Altmark, das Havelland und den nördlichen Harz; die Südroute geht über Halle, das Saaletal, Naumburg und Zeitz zurück in die Börde. Beide Schleifen lassen sich getrennt oder nacheinander befahren.

Der Festakt zum zehnjährigen Bestehen fand am 7. Mai 2003 in der Servatiuskirche in Quedlinburg statt; damals zählte die Route jährlich mehr als eine Million Besucher an 60 Orten mit 72 Bauwerken. Seither sind Stationen hinzugekommen. Die Liste unten folgt der aktuellen Beschreibung der Route; Bauwerke, für die nur der Ort erfasst ist, sind als Station mit Ortsmitte verzeichnet.

Nordroute

Südroute

Dome, Stiftskirchen und Klöster

Sechs Dome stehen im Gebiet der alten Kirchenprovinz. Magdeburg ist der erste gotische Dom auf deutschem Boden und die Grabkirche Ottos des Großen; Halberstadt bewahrt einen der bedeutendsten Domschätze Europas; Naumburg trägt den Westlettner und die Stifterfiguren des Naumburger Meisters und gehört seit 2018 zum Welterbe.

Merseburg ist für die Ladegast-Orgel und für die Merseburger Zaubersprüche in der Domstiftsbibliothek bekannt, Havelberg liegt an der Grenze zu Brandenburg, Zeitz besitzt eine eigene Stiftsbibliothek. Alle sechs sind evangelisch und dienen Domgemeinden als Predigtkirche; unterhalten werden sie von Stiftungen wie den Vereinigten Domstiftern oder vom Land.

Neben den Domen stehen Bauten, die im Rang kaum zurückbleiben. Die Stiftskirchen in Quedlinburg und Gernrode sowie die Klosterkirchen in Jerichow, Memleben, Drübeck, Huysburg und Hamersleben gehören zu den vollständigsten romanischen Anlagen Deutschlands und sind in ihrer Substanz weniger überformt als manche größere Kirche.

Für den Naumburger Dom führt das Verzeichnis die Gottesdienste der Domgemeinde und Hinweise für den Besuch auf einer eigenen Seite, weil sie zu den meistgefragten Angaben gehören.

Lutherstätten

Die Reformation ging von diesem Gebiet aus. Martin Luther wurde 1483 in Eisleben geboren und starb dort 1546; er wuchs in Mansfeld auf, besuchte 1497 die Schule in Magdeburg, studierte in Erfurt, lehrte und predigte in Wittenberg, wo er 1517 die 95 Thesen veröffentlichte, und führte 1542 in Naumburg den ersten evangelischen Bischof ein.

Wittenberg mit Schlosskirche, Stadtkirche und Lutherhaus, Eisleben mit Geburts- und Sterbehaus und Mansfeld mit dem Elternhaus gehören seit 1996 zum Welterbe und werden von der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt betreut. Die Seiten Lutherstätten, Eisleben und Magdeburg beschreiben die Orte im Einzelnen.

Dorfkirchen: erhalten, geöffnet, besucht

Rund 2.300 Kirchengebäude zählte die Kirchenprovinz Sachsen um 2003 bei 540.000 Gemeindegliedern, mehr Kirchen je Mitglied als jede andere Landeskirche. Viele Dorfkirchen stehen in Orten mit wenigen hundert Einwohnern, und ihr Unterhalt übersteigt seit langem das, was Kirchensteuer und Denkmalmittel hergeben.

Getragen werden sie deshalb zunehmend von Fördervereinen und Gemeindestiftungen, wie der Förderverein der Dorfkirche Dehlitz an der Saale zeigt, der eine 1973 zur Ruine abgebrochene Patronatskirche schrittweise zurückgewann. Wer eine solche Kirche unterstützen will, findet die rechtlichen Wege auf der Seite Stiftungsrecht.

Geöffnet sind Dorfkirchen in der Region häufig nur zum Gottesdienst; die Aktion Offene Kirchen und der Tag des offenen Denkmals im September machen viele von ihnen zugänglich. Wo ein Schlüssel hinterlegt ist, steht es an der Tür.

Häufige Fragen zu Kirchen und Orten

Was ist die Straße der Romanik?

Eine 1993 eröffnete Touristikroute durch Sachsen-Anhalt, die in einer Nord- und einer Südroute rund 80 Bauwerke aus der Zeit zwischen 950 und 1250 verbindet: Dome, Stiftskirchen, Klöster, Burgen und Dorfkirchen. Sie gehört zu den meistbesuchten Ferienstraßen Deutschlands; Altbundespräsident Richard von Weizsäcker eröffnete sie am 7. Mai 1993 in Magdeburg.

Welche Dome liegen im Gebiet der Kirchenprovinz Sachsen?

Magdeburg, Halberstadt, Naumburg, Merseburg, Havelberg und Zeitz haben Dome; dazu kommen die Stiftskirchen von Quedlinburg und Gernrode, die im Rang kaum zurückstehen. Alle sind evangelisch und werden von Domgemeinden oder Stiftungen unterhalten; der Magdeburger Dom ist die Predigtkirche des Landesbischofs der EKM.

Sind die Dorfkirchen geöffnet?

Viele Dorfkirchen in Sachsen-Anhalt sind tagsüber verschlossen; wo ein Schlüssel im Ort hinterlegt ist, steht das an der Tür. Die Aktion Offene Kirchen kennzeichnet Kirchen, die im Sommer regelmäßig geöffnet sind. Fördervereine wie in Dehlitz halten ihre Kirche zu festen Zeiten und am Tag des offenen Denkmals offen.

Woher stammen die Koordinaten der Karte?

Aus den Ortsangaben der Wikipedia-Artikel zu den einzelnen Bauwerken. Wo nur der Ort einer Station erfasst ist, zeigt die Karte die Ortsmitte und sagt das im Fenster dazu; die Genauigkeit reicht für die Anfahrt, nicht für die Vermessung.

Was zählt zu den Lutherstätten in der Region?

Die Orte, an denen Martin Luther lebte, lernte oder predigte: Eisleben mit Geburts- und Sterbehaus, Mansfeld mit dem Elternhaus, Magdeburg und Eisenach als Schulorte, Erfurt als Studienort, Wittenberg mit Schloss- und Stadtkirche, dazu Torgau, Halle, Naumburg, Zeitz und Kemberg. Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt betreut die Museen in Wittenberg, Eisleben und Mansfeld.

Wie hängt die Karte mit dem Verzeichnis der Gemeinden zusammen?

Jedes Bauwerk steht in einer Kirchengemeinde. Wer die Gemeinde eines Ortes sucht, findet sie über die Gemeindesuche mit Kirchenkreis und Pfarrort; die Karte zeigt die Bauwerke, das Verzeichnis die Zuständigkeiten.

Titelbild: Stiftskirche St. Cyriakus, Gernrode – PtrQs, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons.