Kirchenkreis Stendal: Gemeinden und Pfarrorte
Der Kirchenkreis Stendal war um 2004 der größte der Kirchenprovinz Sachsen: 221 Kirchengemeinden, betreut von Pfarrämtern in 31 Orten, verteilt über die östliche Altmark zwischen Arendsee, Tangermünde und der Elbe bei Werben. Die Liste unten gibt diesen Zuschnitt wieder und führt von jeder Gemeinde zu ihrem Eintrag, der den zuständigen Pfarrort und dessen Postleitzahl nennt.
Die östliche Altmark zwischen Heide und Elbniederung
Der Zuschnitt folgte der Landschaft und nicht dem Landkreis. Pfarrorte wie Seehausen, Werben und Beuster liegen an der unteren Elbe, Arendsee und Kossebau im nördlichen Hügelland, Tangerhütte und Cobbel bereits am Rand der Heide, Jerichow und Schönhausen jenseits des Stroms. Alle 31 Pfarrorte tragen eine Postleitzahl, die mit 39 beginnt, und das beschreibt den Raum recht genau.
Mit 221 Gemeinden stand Stendal an der Spitze aller zwanzig Kirchenkreise; der kleinste, der Reformierte Kirchenkreis, zählte fünf. Diese Spanne erklärt sich nicht aus der Zahl der Mitglieder, sondern aus der Siedlungsweise: In der Altmark liegen viele kleine Dörfer dicht beieinander, und jedes behielt seine eigene Kirchengemeinde, auch dann noch, als längst kein eigener Pfarrer mehr im Ort wohnte.
Auf 221 Gemeinden kamen 31 Pfarrorte, im Schnitt also gut sieben Gemeinden je Pfarramt. Ein Pfarrort war der Sitz des Amtes und nicht die einzige Kirche: Von dort aus wurden die umliegenden Dörfer mitversorgt, dort lagen Siegel und Akten und, für die Familienforschung entscheidend, die Kirchenbücher des ganzen Kirchspiels. Der Kirchturm blieb im Dorf, das Amt saß nebenan.
Pfarrorte im Kirchenkreis Stendal
- Arendsee
- Arneburg
- Beuster
- Bismark
- Cobbel
- Garlipp
- Gladigau
- Goldbeck
- Groß Schwechten
- Hohenberg-Krusemark
- Jarchau
- Jeetze
- Jerichow
- Kläden
- Kloster Neuendorf
- Königsmark
- Kossebau
- Lüderitz
- Magdeburg
- Möringen
- Neulingen
- Osterburg
- Poritz
- Rochau
- Sandau
- Schönhausen, Elbe
- Seehausen
- Stendal
- Tangerhütte
- Tangermünde
- Werben
Wie eng dieses Netz geknüpft war, zeigen einzelne Einträge des Registers: Hämerten und Miltern gehörten zum Pfarramt Tangermünde, Groß Rossau und Klein Rossau zum Kirchspiel Gladigau, Kuhlhausen zum Pfarramt Sandau, Schäplitz zum Pfarramt Kläden. Wer eine dieser Gemeinden sucht, sucht die Bücher unter dem Pfarrort, den die dritte Spalte der Tabelle nennt. Der Amtssitz entscheidet.
Viele Gemeindenamen tragen zusätzlich den Namen des Kirchspiels, dem sie angehörten, etwa das Kirchspiel Kossebau, das Kirchspiel Cobbel oder das Kirchspiel Kleinau-Dessau-Lohne. Ein Kirchspiel fasste mehrere Dörfer zu einer Seelsorgeeinheit zusammen, und dieser Verbandsname ist für die Recherche oft nützlicher als der Dorfname, weil Archiv und Portal ihre Bestände danach ordnen.
Stendal selbst erscheint bei 33 Gemeinden als Pfarrort, Neulingen bei 17, Groß Schwechten, Gladigau und Kossebau bei je zwölf, Cobbel bei elf. Diese Zahlen zeigen, wo die Ämter im Jahr 2004 zusammengefasst waren, und sie geben zugleich einen groben Hinweis darauf, wie umfangreich der Buchbestand eines einzelnen Pfarramts ausfallen dürfte. Die Tabelle nennt sie alle.
Wo die Kirchenbücher dieses Kirchenkreises liegen
Die Originale der Kirchenbücher blieben in der Kirchenprovinz bei den Pfarrämtern; eingezogen wurden sie nie. Das Landeskirchenarchiv in Magdeburg verwahrt Mikrofilme davon und legt die Originale aus konservatorischen Gründen nicht mehr vor. Für die Altmark heißt das: erst den Pfarrort der Gemeinde bestimmen, dann den Film oder das Digitalisat des zugehörigen Kirchspiels suchen, nicht den Kirchenkreis.
Der Weg beginnt beim Ort der Vorfahren und nicht beim Familiennamen, denn ortsübergreifende Namensregister existieren für die Zeit vor 1874 nicht. Seit diesem Jahr führen die Standesämter die Personenstandsbücher. Das Kirchenbuchportal Archion zeigt die verfilmten Bände zahlreicher Kirchenkreise, darunter Stendal; der vollständige Ablauf steht auf der Seite Kirchenbücher. Der Bestand ist nach Kirchspielen gebildet, nicht nach Dörfern.
Der Stand von 2004 und was seither geschah
Zum 1. Januar 2009 schlossen sich die Kirchenprovinz Sachsen und die Thüringer Landeskirche zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zusammen. Seither sind Kirchenkreise zusammengelegt und Pfarrstellen zu größeren Pfarrbereichen gebündelt worden, und manche Namen sind ganz verschwunden. Dieses Verzeichnis hält bewusst den Stand von 2004 fest, weil Findbücher und Bestandsübersichten der Archive diesen älteren Zuschnitt verwenden.
Ein Eintrag nennt den Namen der Gemeinde, den Kirchenkreis, den Pfarrort und dessen Postleitzahl, sonst nichts. Anschriften, Telefonnummern, Sprechzeiten und Namen von Pfarrerinnen und Pfarrern fehlen absichtlich, denn sie haben sich seither vielfach geändert; der bleibende Wert der Übersicht liegt allein in der Zuordnung. Alle Orte stehen auch unter Gemeinden.