Kirchenkreis Erfurt: Gemeinden und Pfarrorte
Der Kirchenkreis Erfurt war um 2004 ein Stadtkirchenkreis: 35 Kirchengemeinden, betreut von Pfarrämtern in nur vier Orten, nämlich Erfurt selbst sowie Elxleben an der Gera, Gebesee und Tiefthal im nördlichen Umland. Damit gehörte er zu den kleinsten und zugleich am stärksten gebündelten Kirchenkreisen der Kirchenprovinz Sachsen. Die Tabelle nennt zu jeder Gemeinde den zuständigen Pfarrort.
Die Stadt und ihr nördliches Umland
Das Gebiet ist mit Abstand das kompakteste im ganzen Verzeichnis. Fast alle Gemeinden tragen den Stadtnamen im eigenen Namen, von Erfurt-Alach über Erfurt-Gispersleben und Erfurt-Kühnhausen bis Erfurt-Waltersleben; hinzu kommen die eingemeindeten Dörfer im Norden um Elxleben, Gebesee und Andisleben. Die Postleitzahlen liegen sämtlich zwischen 99084 und 99189. Ein kompakteres Gebiet gibt es im Verzeichnis nicht.
Erfurt gehörte seit dem frühen 19. Jahrhundert zu Preußen und damit kirchlich zur Kirchenprovinz Sachsen, obwohl die Stadt mitten in Thüringen liegt. Diese Besonderheit erklärt, warum die Erfurter Kirchenbücher nicht beim Thüringer Landeskirchenarchiv geführt werden. Auch hier folgte die kirchliche Ordnung der preußischen Provinzgrenze und nicht der Landschaft. Die Grenze verlief also quer durch die Landschaft.
Mit 35 Gemeinden war Erfurt der drittkleinste der zwanzig Kirchenkreise; nur Magdeburg mit 23 und der Reformierte Kirchenkreis mit fünf blieben darunter. Die Zahl sagt jedoch nichts über die Größe der Gemeinden: In einer Stadt zählt eine einzelne Kirchengemeinde oft mehr Mitglieder als ein halbes Dutzend Dörfer zusammen. Größe und Zahl sind hier zwei verschiedene Dinge.
Pfarrorte im Kirchenkreis Erfurt
- Elxleben a d Gera
- Erfurt
- Gebesee
- Tiefthal
Vier Pfarrorte für 35 Gemeinden bedeuten eine sehr starke Bündelung; nur der Kirchenkreis Magdeburg mit einem einzigen Amtssitz war noch konzentrierter. Erfurt erscheint bei 27 Einträgen als Pfarrort, Elxleben an der Gera bei vier, Gebesee bei drei und Tiefthal bei einem. Die Liste der Pfarrorte ist damit schnell gelesen. Die Liste der Kirchspiele ist dafür umso länger.
In einer Stadt bezeichnet der Pfarrort nicht mehr als den Amtssitz; die eigentliche Untergliederung leisten die Kirchspiele. Im Register erscheinen unter anderem das Kirchspiel Erfurt-Südost, das Kirchspiel Bischleben, das Kirchspiel Frienstedt und das Kirchspiel Windischholzhausen-Büßleben. Wer hier sucht, arbeitet mit dem Kirchspielnamen und nicht mit dem Ortsnamen. Der Ortsname allein bringt in der Stadt selten einen Treffer.
Die eingemeindeten Dörfer behielten ihre eigenen Kirchengemeinden, auch nachdem sie Stadtteile geworden waren. Andisleben wurde von Gebesee aus versorgt, Erfurt-Tiefthal von Tiefthal selbst, Erfurt-Möbisburg und Erfurt-Rhoda vom Kirchspiel Bischleben. Diese Doppelung von Stadtteilname und alter Dorfgemeinde ist für Stadtkirchenkreise typisch und für die Suche nützlich. Das alte Dorf steckt im Namen der Gemeinde noch drin.
Kirchenbücher einer Stadt suchen
In einer Stadt genügt der Ortsname nicht: Gesucht wird die Kirchengemeinde, in der getauft, getraut oder bestattet wurde. Adressbücher, Urkunden der Standesämter nach 1874 und Familienpapiere helfen, sie einzugrenzen. Erst danach führt der Weg zum Bestand, der bei den Pfarrämtern liegt und verfilmt im Landeskirchenarchiv am Standort Magdeburg. Erst mit der Gemeinde beginnt die eigentliche Suche.
Zwei Wege führen am Ende zum gesuchten Bestand. Der Kirchenkreis Erfurt gehört zu denen, deren Bände über das Kirchenbuchportal Archion ganz oder teilweise abrufbar sind; das Ortsverzeichnis des Portals lässt sich kostenfrei durchsuchen. Für die Einsicht in Magdeburg braucht es einen Termin und einen Benutzerantrag. Alle Schritte in der richtigen Reihenfolge nennt die Seite Kirchenbücher.
Stand 2004, danach neu geordnet
Am 1. Januar 2009 entstand aus der Kirchenprovinz Sachsen und der Thüringer Landeskirche die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, womit die alte Grenze quer durch Thüringen entfiel. In der folgenden Reform wurden Kirchenkreise vereinigt und Pfarrbereiche gebildet. Das Verzeichnis bleibt beim Stand von 2004, weil die Archivbestände nach ihm geordnet sind. Die alten Namen stehen in den Findmitteln weiter.
Der Umfang der Angaben ist hier bewusst eng begrenzt. Ein Eintrag enthält Gemeindename, Kirchenkreis, Pfarrort und dessen Postleitzahl. Anschriften, Rufnummern, Sprechzeiten und Namen von Pfarrerinnen und Pfarrern werden bewusst nicht geführt, weil sie seit 2004 vielfach überholt sind und für Familienforschung und Ortsgeschichte nichts beitragen. Die vollständige alphabetische Liste steht auf der Seite Gemeinden.