Kirchenkreis Wittenberg: Gemeinden und Pfarrorte
Der Kirchenkreis Wittenberg umfasste um 2004 genau 88 Kirchengemeinden mit Pfarrämtern in 22 Orten. Sein Gebiet folgte der Elbe von Prettin und Axien über die Lutherstadt Wittenberg bis Pratau und Elster, griff südlich in die Dübener Heide um Kemberg und Gräfenhainichen aus und reichte nordwärts bis Zahna und Seyda. Die Tabelle nennt zu jeder Gemeinde den Pfarrort.
Elbe, Dübener Heide und der Rand des Fläming
Die Elbe bildet die Achse dieses Kirchenkreises. An ihr liegen die Pfarrorte Prettin, Axien, Elster, Pratau und die Lutherstadt Wittenberg; südlich davon erstrecken sich mit Kemberg, Bergwitz, Rackith und Gräfenhainichen die Waldränder der Dübener Heide, und nördlich schließen Zahna, Seyda und Blönsdorf an den Fläming an. Im Südwesten kommen die Industrieorte Bitterfeld, Wolfen, Sandersdorf und Zörbig hinzu.
Die Postleitzahlen beginnen fast durchweg mit 06, am nördlichen Rand um Blönsdorf mit 14. Mit 88 Gemeinden lag Wittenberg im Mittelfeld der zwanzig Kirchenkreise, knapp hinter Elbe-Fläming mit 89 und vor dem Südharz mit 85. Zum Vergleich: Stendal führte 221 Gemeinden, der Reformierte Kirchenkreis nur fünf. Die Verteilung über die Fläche ist dabei sehr gleichmäßig.
Auf 88 Gemeinden kamen 22 Pfarrorte, im Mittel also vier Gemeinden je Amt, und die Verteilung ist erstaunlich gleichmäßig. Die Lutherstadt Wittenberg erscheint bei sieben Einträgen als Pfarrort, Seyda, Krina und Prettin bei je sechs, Pratau, Wolfen, Gräfenhainichen und Bergwitz bei je fünf. Ein einzelnes Amt mit zweistelliger Gemeindezahl gab es hier nicht. Die Tabelle zeigt es Zeile für Zeile.
Pfarrorte im Kirchenkreis Wittenberg
- Annaburg
- Axien
- Bergwitz
- Bitterfeld
- Blönsdorf
- Elster
- Gräfenhainichen
- Jessen
- Kemberg
- Krina
- Lutherstadt Wittenberg
- Pratau
- Prettin
- Quedlinburg
- Rackith
- Reinsdorf
- Sandersdorf
- Schweinitz, Elster
- Seyda
- Wolfen
- Zahna
- Zörbig
Ein Pfarrort ist der Amtssitz, nicht der Ort der Kirche. Gommlo und Rotta gehörten zum Pfarramt Kemberg, Jüdenberg zum Kirchspiel Gräfenhainichen, Muldenstein ebenfalls dorthin, Pouch und Schlaitz zum Pfarramt Krina, Wartenburg zum Kirchspiel Pratau und Kropstädt zum Kirchspiel Zahna. Wer die Bücher sucht, sucht sie unter diesen Amtssitzen und nicht unter dem Dorfnamen. Die Bücher folgen dem Amt.
Der Kirchenkreis verbindet zwei sehr verschiedene Welten: alte Ackerdörfer und Heidedörfer an der Elbe auf der einen Seite, die im 20. Jahrhundert gewachsenen Industrieorte um Bitterfeld und Wolfen auf der anderen. Wo eine Gemeinde erst mit den Werken entstand, setzen ihre Bücher entsprechend später ein als die der alten Dörfer ringsum. Das Gründungsjahr einer Gemeinde begrenzt immer auch ihre Überlieferung.
Viele Gemeindenamen führen zusätzlich ihr Kirchspiel auf, etwa das Kirchspiel Burgkemnitz, das Kirchspiel Rackith oder das Kirchspiel Bitterfeld. Diese Verbandsnamen sind für die Archivsuche wichtiger als der Dorfname, weil Bestände und Filme nach Kirchspielen gebildet wurden. Wo ein Dorfname keinen Treffer bringt, führt der Kirchspielname in aller Regel weiter. Ein zweiter Versuch mit dem Verbandsnamen lohnt sich fast immer.
Kirchenbücher aus dem Wittenberger Elbraum
Die Originale liegen in der Regel weiterhin bei den zuständigen Pfarrämtern, die Mikrofilme im Landeskirchenarchiv am Standort Magdeburg, das die Originale aus konservatorischen Gründen nicht mehr vorlegt. Nicht alle Kirchenkreise der Kirchenprovinz sind bislang im Kirchenbuchportal eingestellt; die Digitalisierung schreitet kirchenkreisweise voran. Ein Blick in die aktuelle Übersicht des Portals lohnt daher immer. Der Stand ändert sich laufend.
Nicht jeder Bestand ist schon digitalisiert. Ist ein Bestand noch nicht online, bleiben zwei Wege: der Lesesaal in Magdeburg nach Terminvergabe oder die schriftliche Anfrage beim Pfarramt, die gebührenpflichtig sein kann. In beiden Fällen braucht es zuerst Ort und Pfarrort. Wie diese Kette von der Urkunde bis zum Eintrag aussieht, beschreibt die Seite Kirchenbücher.
Der Stand von 2004 und der Umbau danach
Am 1. Januar 2009 entstand aus der Kirchenprovinz Sachsen und der Thüringer Landeskirche die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, und in der folgenden Strukturreform wurden Kirchenkreise vereinigt und Pfarrstellen gebündelt. Dieses Verzeichnis bildet trotzdem den Stand um 2004 ab, weil Findbücher, Amtsblätter bis 2008 und die verfilmten Bestände nach diesem Zuschnitt geordnet sind. Die alten Namen sind dort weiterhin gültig.
Die Angaben bleiben bewusst knapp und gut nachprüfbar. Verzeichnet sind Gemeindename, Kirchenkreis, Pfarrort und Postleitzahl, sonst nichts. Auf Anschriften, Telefonnummern, Sprechzeiten und die Namen der Amtsinhaber wird bewusst verzichtet, weil diese Angaben heute nicht mehr zuträfen und für die Familienforschung ohne Belang sind. Die vollständige alphabetische Liste aller Orte steht auf der Seite Gemeinden.