Kirchenkreis Südharz: Gemeinden und Pfarrorte
Der Kirchenkreis Südharz lag am Südrand des Harzes um Nordhausen und zählte um 2004 genau 85 Kirchengemeinden mit Pfarrämtern in 22 Orten. Er reichte von Ilfeld, Neustadt und Sülzhayn im Gebirge über die Dörfer am Harzrand bis in die Goldene Aue bei Heringen, Auleben und Urbach. Die Tabelle nennt zu jeder Gemeinde den zuständigen Pfarrort.
Harzrand, Goldene Aue und der Rand des Eichsfelds
Drei Streifen legen sich nebeneinander. Oben liegen die Pfarrorte Ilfeld, Neustadt, Sülzhayn und Niedersachswerfen in den Tälern des Südharzes, darunter zieht sich der Gipskarstgürtel mit Hohenstein, Großwerther und Nordhausen hin, und südlich davon breitet sich die Goldene Aue mit Heringen, Auleben und Urbach aus. Im Westen reichen Silkerode, Haynrode und Großbodungen bereits an das Eichsfeld heran.
Die Postleitzahlen beginnen im Osten mit 99 und im Westen, zum Eichsfeld hin, mit 37. Mit 85 Gemeinden lag der Südharz im Mittelfeld der zwanzig Kirchenkreise, knapp hinter Wittenberg mit 88 und vor Haldensleben-Wolmirstedt mit 84. Die Spanne des Verzeichnisses reicht von 221 Gemeinden in Stendal bis zu fünf im Reformierten Kirchenkreis. Die Unterschiede sind auf kurzer Strecke groß.
Auf 85 Gemeinden kamen 22 Pfarrorte, im Mittel also knapp vier Gemeinden je Amt. Hohenstein erscheint bei neun Einträgen als Pfarrort, Nordhausen bei acht, Niedergebra bei sieben, Lipprechterode und Großwerther bei je sechs. Nordhausen steht im Register zusätzlich mit den Zusätzen Salza und Leimbach, womit eigene Ämter innerhalb der Stadt gemeint sind. Die Tabelle nennt beide Formen getrennt.
Pfarrorte im Kirchenkreis Südharz
- Auleben
- Bleicherode
- Großbodungen
- Großwechsungen
- Großwerther
- Hainrode b Nordhaus.
- Haynrode
- Heringen
- Hohenstein
- Ilfeld
- Lipprechterode
- Neustadt
- Niedergebra
- Niedersachswerfen
- Nordhausen
- Nordhausen OT Leimbach
- Nordhausen-Salza
- Silkerode
- Sollstedt
- Sülzhayn
- Urbach
- Wipperdorf
Ein Pfarrort ist der Sitz des Pfarramts, unter dem die Gemeinde geführt wurde, und nicht der Standort ihrer Kirche. Appenrode und Ellrich gehörten zum Pfarramt Sülzhayn, Bockelnhagen zum Kirchspiel Silkerode, Günzerode zu Großwerther, Krimderode zu Niedersachswerfen und Münchenlohra zum Kirchspiel Großlohra-Friedrichsrode mit dem Amtssitz in Niedergebra. Diese Zuordnung entscheidet über den Fundort der Bücher.
Am Harzrand liegen die Dörfer eng beieinander, in der Goldenen Aue weiter auseinander, und beides zeigt sich in der Größe der Kirchspiele. Ein Amt im Gebirge betreute oft nur zwei oder drei Orte, ein Amt in der Ebene dagegen fünf oder mehr. Die Tabelle macht diese Unterschiede Zeile für Zeile sichtbar. Die Zahlen stehen in der Tabelle.
Zahlreiche Gemeindenamen tragen den Kirchspielnamen als Zusatz, etwa das Kirchspiel Hainrode-Berndten, das Kirchspiel Haynrode-Wallrode oder das Kirchspiel Etzelsrode. Solche Doppelnamen entstanden, als benachbarte Kirchspiele zusammengelegt wurden. Für die Suche im Archiv lohnt es sich, beide Bestandteile getrennt auszuprobieren, weil ältere Findmittel meist nur einen von beiden führen. Wer die alte Form nicht kennt, sucht leicht vergeblich.
Kirchenbücher aus dem Nordhäuser Raum
Auch die Gemeinden dieses Kirchenkreises liegen in Thüringen, gehörten kirchlich aber zur Kirchenprovinz Sachsen. Ihre Kirchenbücher sind deshalb nicht in Eisenach zu suchen, sondern beim zuständigen Pfarramt und verfilmt im Landeskirchenarchiv am Standort Magdeburg. Der Südharz gehört zu den Kirchenkreisen, deren Bände über das Kirchenbuchportal Archion abrufbar sind. Die Grenze war kirchlich, nicht landschaftlich begründet.
Die Überlieferung ist nicht überall gleich dicht. Nordhausen wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört, was für ältere Bestände der Stadt ein Risiko bedeutet; die Dorfgemeinden ringsum sind davon nicht betroffen. Welche Jahrgänge tatsächlich vorhanden sind, zeigt das Findbuch des jeweiligen Bestandes. Den Weg vom Wohnort über den Pfarrort zum Band beschreibt die Seite Kirchenbücher.
Was der Eintrag zeigt und warum 2004
Mit dem Zusammenschluss zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland am 1. Januar 2009 endete die Trennung zwischen der Kirchenprovinz Sachsen und der Thüringer Landeskirche, und die Kirchenkreise wurden neu geordnet. Für aktuelle Ansprechpartner ist der heutige Kirchenkreis zuständig; für die Arbeit an den Beständen bleibt der Zuschnitt von 2004 die brauchbare Grundlage. Die alten Namen führen weiter zum Bestand.
Die Liste ist ein Findmittel und kein Adressbuch. Zu jeder Gemeinde sind Name, Kirchenkreis, Pfarrort und Postleitzahl verzeichnet, mehr nicht. Anschriften, Telefonnummern, Gottesdienstzeiten und Namen von Pfarrerinnen und Pfarrern fehlen bewusst, weil sie sich geändert haben und die historische Zuordnung durch sie nicht besser würde. Die Gesamtliste aller Orte steht auf der Seite Gemeinden.