Kirchenkreis Egeln: Gemeinden und Pfarrorte
Der Kirchenkreis Egeln lag in der Magdeburger Börde und an der mittleren Elbe und führte um 2004 genau 114 Kirchengemeinden. Pfarrämter in 26 Orten betreuten sie, von Hötensleben und Ummendorf im Westen über Egeln und Hadmersleben an der Bode bis Barby, Aken und Groß Rosenburg am Strom. Die Tabelle nennt zu jeder Gemeinde den Pfarrort.
Börde, Bodetal und die Elbe zwischen Schönebeck und Aken
Der Zuschnitt umfasste drei Landschaften. Im Westen liegen Hötensleben, Ummendorf und Groß Rodensleben auf der offenen Börde, im Süden reihen sich Egeln, Westeregeln, Hadmersleben und Oschersleben entlang der Bode, im Osten begleiten Schönebeck, Barby, Calbe und Aken die Elbe. Die Postleitzahlen beginnen überwiegend mit 39, im Elbwinkel um Aken auch mit 06. Die Grenzen folgten alten Ämtern.
Mit 114 Gemeinden gehörte Egeln zur oberen Hälfte der zwanzig Kirchenkreise, etwa gleichauf mit Torgau-Delitzsch und Merseburg. Der größte Kirchenkreis, Stendal, führte 221 Gemeinden, der kleinste, der Reformierte Kirchenkreis, nur fünf. Die Bördedörfer sind größer als die Dörfer der Altmark, dafür liegen sie weiter auseinander, und die Zahl der Gemeinden fällt entsprechend niedriger aus.
Auf 114 Gemeinden kamen 26 Pfarrorte, also im Mittel gut vier Gemeinden je Amt. Egeln selbst steht bei 17 Einträgen als Pfarrort, Altenweddingen und Aschersleben bei je acht, Hötensleben und Groß Rodensleben bei je sieben. Die übrigen Ämter versorgten zwei bis fünf Gemeinden, was für eine Ackerlandschaft mit großen, geschlossenen Dörfern der übliche Zuschnitt war.
Pfarrorte im Kirchenkreis Egeln
- Aken
- Altenweddingen
- Aschersleben
- Atzendorf b Staßfurt
- Barby
- Biere
- Brumby b Schönebeck,
- Calbe
- Cochstedt
- Egeln
- Ermsleben
- Groß Mühlingen
- Groß Rodensleben
- Groß Rosenburg
- Hadmersleben
- Hamersleben
- Hohenstein
- Hornhausen
- Hötensleben
- Langendorf
- Oschersleben
- Schönebeck, Elbe
- Seehausen, Börde
- Ummendorf, Börde
- Wanzleben
- Westeregeln
Ein Pfarrort ist der Sitz des Pfarramts, dem eine Gemeinde unterstand, nicht der Ort ihrer Kirche. Ausleben wurde vom Pfarramt Hamersleben aus versorgt, Beyendorf von Altenweddingen, Eggenstedt von Ummendorf in der Börde, Klein-Oschersleben von Hadmersleben und Wespen von Barby. In allen fünf Fällen steht die Kirche im Dorf, das Amt aber im Nachbarort. Der Amtssitz steht in der dritten Spalte.
Zahlreiche Gemeindenamen tragen zusätzlich den Namen ihres Kirchspiels, etwa das Kirchspiel Am Hakel, das Kirchspiel Schadeleben oder das Kirchspiel im Saale-Elbe-Winkel. Ein Kirchspiel fasste mehrere Dörfer unter einem Pfarramt zusammen und ist die Einheit, nach der Archive ihre Bestände bilden. Für eine Recherche ist dieser Verbandsname deshalb oft der treffendere Suchbegriff als der Dorfname.
Die Zuordnung der Bördedörfer hat sich über die Jahrhunderte mehrfach verschoben, weil Pfarrstellen zusammengelegt und Kirchspiele neu gebildet wurden. Was die Tabelle zeigt, gilt für das Jahr 2004; ältere Verzeichnisse nennen für dieselben Orte teilweise andere Amtssitze. Wer im 18. oder 19. Jahrhundert sucht, prüft deshalb zusätzlich, welches Kirchspiel damals für den Ort zuständig war.
Kirchenbücher der Börde und des Elbwinkels
Die Originalbände blieben in der Kirchenprovinz bei den Pfarrämtern und wurden nie zentral eingezogen. Das Landeskirchenarchiv am Standort Magdeburg verwahrt die Mikrofilme und legt die Originale aus konservatorischen Gründen nicht mehr vor. Ein Teil der Bestände ist über das Kirchenbuchportal Archion einsehbar, das nach Kirchenkreis und Kirchspiel gegliedert ist. Der Kirchenkreis Egeln ist dort vertreten.
Eine Vorarbeit ist unerlässlich. Am Anfang steht immer der Ort und nie der Familienname, denn ortsübergreifende Namensregister gibt es für die Zeit vor 1874 nicht. Seit dem 1. Oktober 1874 beurkunden die Standesämter Geburt, Ehe und Tod; für jüngere Daten sind daher die Kommunalarchive zuständig. Alle Schritte vom Wohnort zum Eintrag beschreibt die Seite Kirchenbücher.
Der Stand von 2004 und die Reform danach
Am 1. Januar 2009 schlossen sich die Kirchenprovinz Sachsen und die Thüringer Landeskirche zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zusammen. In der Strukturreform, die darauf folgte, ging der Kirchenkreis Egeln in einem größeren Nachbarkreis auf, und viele Pfarrämter wurden zu Pfarrbereichen verbunden. Für Archivarbeit bleibt der ältere Name dennoch der richtige Suchbegriff. Die alten Namen stehen in den Findbüchern weiter.
Die Angaben bleiben bewusst knapp. Ein Eintrag im Verzeichnis nennt Gemeindename, Kirchenkreis, Pfarrort und dessen Postleitzahl und sonst nichts. Anschriften, Rufnummern, Gottesdienstzeiten und Namen der Amtsinhaber sind bewusst weggelassen, weil sie längst überholt wären und für Ortsgeschichte und Familienforschung ohnehin keine Rolle spielen. Alle Orte des Verzeichnisses stehen alphabetisch geordnet auf der Seite Gemeinden.