Kirchenkreis Mühlhausen: Gemeinden und Pfarrorte
Der Kirchenkreis Mühlhausen lag im Nordwesten Thüringens und führte um 2004 genau 94 Kirchengemeinden mit Pfarrämtern in 28 Orten. Sein Gebiet reichte vom Unstruttal um Mühlhausen und Bad Langensalza über den Hainich bis an die Werra bei Treffurt und in das Eichsfeld um Worbis und Leinefelde. Die Tabelle nennt zu jeder Gemeinde den zuständigen Pfarrort.
Unstrut, Hainich, Werra und Eichsfeld
Vier Landschaften stoßen in diesem Kirchenkreis zusammen. Im Osten liegen Bad Langensalza, Großvargula, Thamsbrück und Kirchheilingen im offenen Unstruttal, in der Mitte umschließen Kammerforst, Langula, Oberdorla und Weinbergen den Hainich, im Westen folgen Treffurt, Großburschla, Wahlhausen und Arenshausen der Werra, und im Nordwesten schließt sich das Eichsfeld an. Die Postleitzahlen beginnen entsprechend mit 99 oder mit 37.
Die Kirchenprovinz Sachsen reichte weit nach Thüringen hinein, und dieser Kirchenkreis ist dafür das deutlichste Beispiel. Seine Gemeinden liegen sämtlich in Thüringen, gehörten kirchlich aber nicht zur Thüringer Landeskirche, weil die preußischen Provinzgrenzen des 19. Jahrhunderts maßgeblich waren. Für die Kirchenbücher hat das bis heute Folgen, denn zuständig ist Magdeburg und nicht Eisenach. Das ist bis heute so geblieben.
Mit 94 Gemeinden lag Mühlhausen im Mittelfeld der zwanzig Kirchenkreise, dicht hinter Halberstadt mit 95 und vor Elbe-Fläming mit 89. Der größte, Stendal, führte 221 Gemeinden, der kleinste, der Reformierte Kirchenkreis, fünf. Auf die 94 Gemeinden kamen 28 Pfarrorte, also im Schnitt nur gut drei je Amt, eine für das Verzeichnis ungewöhnlich feine Gliederung. Die Ämter liegen entsprechend dicht.
Pfarrorte im Kirchenkreis Mühlhausen
- Arenshausen
- Bad Langensalza
- Bad Tennstedt
- Dingelstädt
- Dörna
- Flarchheim
- Großburschla
- Großengottern
- Großtöpfer
- Großvargula
- Haussömmern
- Heilbad Heiligenstadt
- Horsmar
- Kammerforst
- Kirchheilingen
- Langula
- Leinefelde
- Mühlhausen
- Mühlhausen, Thür
- Niederorschel
- Oberdorla
- Schönstedt
- Tastungen
- Thamsbrück
- Treffurt
- Wahlhausen
- Weinbergen
- Worbis
Ein Pfarrort ist der Sitz des Pfarramts und nicht der Ort, an dem die Kirche der Gemeinde steht. Altengottern wurde von Großengottern aus versorgt, Bad Tennstedt vom Pfarramt in Mühlhausen, Eigenrieden und Hollenbach von Dörna, Klettstedt von Kirchheilingen und Lützensömmern von Haussömmern. In jedem dieser Fälle liegen die Bücher im Nachbarort, nicht im Dorf selbst.
Ein Teil der Pfarrorte liegt im Eichsfeld, das seit der Gegenreformation überwiegend katholisch geprägt ist. Die evangelischen Gemeinden um Worbis, Leinefelde, Niederorschel, Dingelstädt und Tastungen waren deshalb klein und weit gestreut, und ein Pfarramt betreute oft Orte in größerem Abstand. Für die Recherche bedeutet das kleinere Bestände und gelegentlich später einsetzende Bände. Die Wege der Pfarrer waren hier lang.
Mühlhausen erscheint im Register in zwei Schreibweisen als Pfarrort, einmal schlicht und einmal mit dem Zusatz Thüringen; gemeint ist dasselbe Amt. Zusammen steht der Name bei 17 Einträgen, Kirchheilingen bei sieben, Schönstedt, Horsmar, Wahlhausen, Bad Langensalza und Thamsbrück bei je sechs. Solche Varianten stammen aus der Quelle und werden hier nicht stillschweigend vereinheitlicht. Die Tabelle gibt sie unverändert wieder.
Thüringer Orte, Magdeburger Bestände
Wer Kirchenbücher aus diesem Kirchenkreis sucht, wird sie nicht im Thüringer Landeskirchenarchiv finden. Die Originale blieben bei den Pfarrämtern, verfilmt sind sie im Landeskirchenarchiv am Standort Magdeburg, das die Filme nach Terminvergabe im Lesesaal vorlegt. Der Kirchenkreis Mühlhausen gehört zu denen, deren Bände über das Kirchenbuchportal Archion abrufbar sind. Zuständig bleibt allein das Archiv in Magdeburg.
Ohne Ort bleibt der Familienname ohne Anschluss. Am Anfang steht der Ort, denn für die Zeit vor 1874 gibt es kein überregionales Namensregister. Aus dem Ort ergibt sich der Pfarrort, aus dem Pfarrort das Kirchspiel und daraus der Bestand. Seit Oktober 1874 beurkunden die Standesämter Geburt, Ehe und Tod. Alle Schritte erklärt die Seite Kirchenbücher.
Der Stand von 2004 und die Zeit danach
Zum 1. Januar 2009 schlossen sich die Kirchenprovinz Sachsen und die Thüringer Landeskirche zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zusammen, womit die alte Trennung zwischen beiden Gebieten endete. Seither sind Kirchenkreise vereinigt und Pfarrstellen zu Pfarrbereichen verbunden worden. Für die Arbeit mit Findbüchern und verfilmten Beständen bleibt der Zuschnitt von 2004 dennoch maßgeblich. Die alten Namen stehen in den Quellen weiter.
Die Angaben bleiben bewusst auf das Nötige beschränkt. Ein Eintrag nennt Gemeindename, Kirchenkreis, Pfarrort und dessen Postleitzahl und verzichtet auf alles Weitere. Anschriften, Telefonnummern, Gottesdienstzeiten und Namen von Pfarrerinnen und Pfarrern fehlen bewusst, weil sie sich seither geändert haben und die historische Zuordnung durch sie nicht genauer würde. Alle Orte zusammen zeigt die Seite Gemeinden.