Das Lutherhaus in Wittenberg, ein langgestreckter Renaissancebau mit Treppenturm und rotem Ziegeldach hinter Bäumen.
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Lutherstätten in Mitteldeutschland: die Orte der Reformation

· Stand 18. September 2026

Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Martin Luthers Lied von 1529 stammt aus der Landschaft, in der die Reformation begann und in der die meisten ihrer Orte liegen.

Gemeint ist das Gebiet der alten Kirchenprovinz Sachsen zwischen Harz, Elbe und Thüringer Wald. Diese Übersicht führt zu den Lutherstätten der Region; einzelne Orte haben eigene Seiten, und die Karte der Kirchen und Orte zeigt sie zusammen mit den Domen und den Stationen der Straße der Romanik.

Eisleben und Mansfeld: Kindheit, Geburt und Tod

Eisleben ist das Bethlehem und das Jerusalem des Reformators: Am 10. November 1483 wurde Martin Luther hier geboren, am 18. Februar 1546 starb er hier. Geburtshaus und Sterbehaus sind Museen der Stiftung Luthergedenkstätten, die Taufkirche St. Petri-Pauli und die Andreaskirche mit den letzten vier Predigten Luthers stehen offen.

Mansfeld, wo die Eltern nach einem halben Jahr in Eisleben sesshaft wurden, war Luthers guter, harter Kindheitsort: Elternhaus, Lutherbrunnen, Schloss und die Georgskirche mit einem Lutherporträt von 1540 erinnern daran. Die Seite Lutherstadt Eisleben führt beide Orte aus.

Magdeburg, Eisenach, Erfurt: Schule, Studium, Kloster

Mit vierzehn schickte der Vater den Sohn 1497 auf die Schule nach Magdeburg, ein Jahr später nach Eisenach, wo Verwandte lebten. In Erfurt studierte Luther von 1501 bis 1505 die sieben freien Künste, trat 1505 ins Augustinerkloster ein und wurde 1507 im Dom zum Priester geweiht.

Eisenach sah ihn 1521 wieder, als er auf der Wartburg als Junker Jörg das Neue Testament übersetzte. Magdeburg wurde 1524 durch Luthers Predigt in der Johanniskirche evangelisch und trug als Unseres Herrgotts Kanzlei die Sache der Reformation im Schmalkaldischen Krieg; die Seite Magdeburg beschreibt das.

Wittenberg, Kemberg, Torgau: Wirkung

Zu Wittenberg gehören Luther und der Thesenanschlag vom 31. Oktober 1517 an der Schlosskirche; ohne beides wäre die kleine Elbestadt kaum ein Reiseziel. Lutherhaus, Melanchthonhaus, Stadtkirche mit dem Cranach-Altar und Schlosskirche mit Luthers Grab sind Welterbe.

In Kemberg, dreizehn Kilometer entfernt, wurde 1521 die erste Priesterehe eines Lutherfreundes geschlossen; eine 1917 gepflanzte Eiche auf dem Kirchplatz erinnert an die Verbindung zu Wittenberg.

Torgau war die Residenz der sächsischen Kurfürsten, Schutzherren der Reformation; hier wirkte Johann Walter als evangelischer Urkantor, hier weihte Luther 1544 die Schlosskapelle als ersten protestantischen Kirchenbau, und hier starb Katharina von Bora 1552, deren Bedeutung als Luthers Frau in den vergangenen Jahren neu entdeckt wurde.

Halle, Leipzig, Naumburg, Zeitz, Dessau, Möhra

Halle war für Luther als Residenz der Magdeburger Erzbischöfe wichtig; Kardinal Albrecht, der Ablassprediger Tetzel und die Reliquiensammlung im Halleschen Heiltum standen im Zentrum des Streits von 1517. In Leipzig führte Luther 1519 auf der Pleißenburg die Disputation mit Johannes Eck; sein Freund, der Arzt Heinrich Stromer von Auerbach, gab dem Auerbachs Keller den Namen.

In Naumburg führte Luther am 20. Januar 1542 Nikolaus von Amsdorf als ersten evangelischen Bischof im Dom ein; Zeitz besitzt einen Originaldruck der 95 Thesen. Der Naumburger Dom ist bis heute Gottesdienstort einer Gemeinde, wie die Seite Naumburger Dom zeigt.

In Anhalt, den Residenzen Dessau, Köthen und Bernburg, fand die Reformation früh Gehör. Möhra bei Bad Salzungen ist der Herkunftsort der Familie Luder; dort predigte Luther 1521 auf dem Weg zur Wartburg unter freiem Himmel.

Lucas Cranach hinterließ mit seiner Werkstatt in Wittenberg ein reiches Erbe an Altären und Bildnissen, das in vielen Kirchen der Region zu sehen ist. Kirchengemeinden, die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und Vereine wie das Lutherzentrum Wittenberg halten die Orte offen. Die Karte der Kirchen und Orte zeigt die Lutherstätten zusammen mit den Domen und der Straße der Romanik.

Häufige Fragen

Welche Lutherstätten gehören zum Welterbe?

Seit 1996 die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg: Geburts- und Sterbehaus in Eisleben, Lutherhaus, Melanchthonhaus, Stadtkirche und Schlosskirche in Wittenberg. Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt betreut die Museen, seit 2014 auch Luthers Elternhaus in Mansfeld.

Wo wurde Luther geboren und wo starb er?

Beides in Eisleben: geboren am 10. November 1483, getauft am folgenden Tag in der Petri-Pauli-Kirche, gestorben am 18. Februar 1546 nach der Schlichtung eines Streits der Mansfelder Grafen. Begraben liegt er in der Schlosskirche zu Wittenberg.

Warum gilt Magdeburg als Lutherstadt?

Luther besuchte 1497 ein Jahr lang die Schule in Magdeburg, visitierte 1516 das Augustinerkloster und predigte am 26. Juni 1524 in der Johanniskirche, womit die Stadt zur Reformation überging. Als Unseres Herrgotts Kanzlei widerstand Magdeburg 1550/51 der Belagerung durch Moritz von Sachsen.

Was verbindet Naumburg und Zeitz mit Luther?

In Naumburg führte Luther am 20. Januar 1542 Nikolaus von Amsdorf als ersten evangelischen Bischof ein. Zeitz besitzt einen Originaldruck der 95 Thesen und war Sitz des Bistums Naumburg-Zeitz, dessen letzter katholischer Bischof Julius Pflug hier residierte.

Titelbild: Lutherhaus in der Lutherstadt Wittenberg – Falk2, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons.