Der Quedlinburger Schlossberg mit der romanischen Stiftskirche und den Fachwerkhäusern der Altstadt darunter.
ChronikChronik · epd-Meldung

Zehn Jahre Straße der Romanik: Festakt am 7. Mai 2003

· Stand 18. September 2026

Meldung des Evangelischen Pressedienstes vom 7. Mai 2003, hier als Chronikeintrag geführt. Der epd arbeitet als Nachrichtenagentur für den kirchlichen Bereich; seine Meldungen liefen über den Nachrichtendienst der Landeskirche und wurden von Redaktionen und Gemeindebriefen übernommen. Der Text ist deshalb keine Eigenformulierung dieser Seite, sondern eine Agenturmeldung in der Fassung von 2003.

Die Meldung

Quedlinburg (epd). Mit einer Festveranstaltung der Landesregierung ist am 7. Mai in Quedlinburg das zehnjährige Bestehen der 1.000 Kilometer langen Touristikroute Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt gefeiert worden. Die Straße bestätige die Rolle des heutigen Sachsen-Anhalt als Kernland deutscher Geschichte, sagte Ministerpräsident Wolfgang Böhmer in einer Ansprache in der Servatiuskirche in Quedlinburg.

Die an 60 Orten entlangführende Denkmalstraße zähle mit jährlich mehr als einer Million Besuchern zu den beliebtesten Touristenmagneten im Land. Wirtschaftsminister Horst Rehberger bezeichnete die Route als Attraktion, die ein echter Wirtschaftsfaktor sei. An dem Festakt nahm auch Altbundespräsident Richard von Weizsäcker teil, der am 7. Mai 1993 in Magdeburg die Straße der Romanik eröffnet hatte.

Mit den einbezogenen 72 Baudenkmälern gehörte die Straße der Romanik den Angaben zufolge zu den beliebtesten zehn Routen unter den 180 deutschen Touristenstraßen. Seit 1991 wurde die touristische Infrastruktur der Anliegergemeinden mit etwa 220 Millionen Euro öffentlicher Gelder gefördert.

Im Rahmen des Programms Faszination Romanik waren bis Ende 2003 Ausstellungen, Konzerte, mittelalterliche Feste, Kunstprojekte und Reiseangebote geplant, darunter ein wissenschaftliches Symposium in Quedlinburg zum Hoftag von 973 und eine Ausstellung großformatiger Skulpturen zu Persönlichkeiten aus der Zeit Ottos des Großen in Magdeburg.

Zur Straße der Romanik gehörten 72 Burgen, Schlösser, Dome, Klöster und Kirchen, die zwischen 950 und 1250 errichtet wurden. In diesen drei Jahrhunderten war das Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt unter den Ottonen Kernland des Reiches, und der Bestand an Bauwerken dieser Zeit ist die Grundlage der Route.

Was aus der Route wurde

Die Straße der Romanik ist seit 2003 um Stationen gewachsen und mit dem Welterbe verknüpft: Quedlinburg mit Stiftskirche, Schloss und Altstadt seit 1994, der Naumburger Dom seit 2018. Die Route bleibt die meistbesuchte Ferienstraße Sachsen-Anhalts; die Landesmarketinggesellschaft führt sie gemeinsam mit den Gartenträumen und dem Blauen Band.

Welche Stationen zur Nord- und welche zur Südroute gehören und wo sie liegen, zeigt die Karte der Kirchen und Orte. Sie führt die Bauwerke der Romanik zusammen mit den Domen und den Lutherstätten auf, weil dieselben Orte in der Regel in mehreren dieser Reihen vorkommen.

Denkmal und Gemeinde

Ein großer Teil der Stationen sind Kirchen, die im Gottesdienstgebrauch stehen. Für die Gemeinden bedeutet das eine doppelte Aufgabe: Sie sind Hausherrinnen eines Bauwerks von überregionalem Rang und zugleich eine Gemeinde, die sonntags feiert, taufen und bestatten lässt und dafür einen beheizbaren Raum braucht.

Die Mittel für den Unterhalt stammen aus mehreren Quellen: aus der Kirchensteuer über die Landeskirche, aus Denkmalförderung von Land und Bund, aus Stiftungen und aus dem, was Fördervereine und Gemeindestiftungen vor Ort aufbringen. Was das in Zahlen bedeutete, zeigt der Beitrag Der Mythos vom Reichtum der Kirche aus dem Jahr 2003.

Für kleine Dorfkirchen ist der Verein der Regelfall geworden. Wie ein solcher Verein arbeitet und was er in zwanzig Jahren erreichen kann, beschreibt die Seite zur Dorfkirche Dehlitz an der Saale; den rechtlichen Rahmen für Stiftungen und Zustiftungen erläutert die Seite Stiftungsrecht.

Vom Bauwerk zum Ort

Wer eine Station besucht und danach nach der Gemeinde fragt, zu der sie gehört, findet sie im Verzeichnis der Gemeinden: mit Kirchenkreis und Pfarrort nach dem Stand um 2004. Die Übersicht der Kirchenkreise ordnet diese Orte in die Gliederung ein, die vor der Bildung der EKM galt.

Für die Ortsgeschichte führt der Weg von dort weiter zu den schriftlichen Quellen: zu den Kirchenbüchern der Gemeinde, die die Seite Kirchenbücher erschließt, und zu den Pfarr- und Kirchenkreisakten im Landeskirchenarchiv in Magdeburg. Herkunft und Stand der hier verzeichneten Angaben nennt die Seite Quellen.

Häufige Fragen

Wann wurde die Straße der Romanik eröffnet?

Am 7. Mai 1993 in Magdeburg durch Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der zehn Jahre später auch am Festakt in Quedlinburg teilnahm.

Wie viele Bauwerke gehörten 2003 zur Route?

72 Burgen, Schlösser, Dome, Klöster und Kirchen aus der Zeit zwischen 950 und 1250 an 60 Orten, verbunden durch rund 1.000 Kilometer Nord- und Südroute. Seither sind weitere Stationen hinzugekommen.

Titelbild: Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg – A.Savin, FAL, über Wikimedia Commons.